Mittwoch, 29. Mai 2024

Der Mini 80, nachgebaut von Wolfgang DL2KI

 

Bild: Auf meinem IC-7700 ist die vorerst letzte Version meines 80/40m CW QRP Transceivers zu sehen. Eine Mischung aus "Mini80, Norcal40 und eigenen Ideen. Ein HDT Hardware defined Transceiver; vollständig softwarelos.

Vor 42 Jahren veröffentlichte Gerhard Haynold im Funkamateur (FA18/82) eine Bauanleitung für einen einfachen CW QRP-Transceiver für das 80m Band. Der Empfänger war ein so genannter DC-Receiver: ein Direkt Überlagerungs Empfänger und besaß einen VFO, der im Bereich 500 bis 600 kHz arbeitete. Sein Signal wurde mit dem Signal eines 3MHz Quarzoszillators auf das 80m Band hoch gemischt. Damit wurde eine gute Frequenzstabilität erzielt und eine Rückwirkung des Senders auf den VFO vermieden.

Ich habe damals diesen Transceiver aufgebaut und ihn in den Ferien im Tessin benutzt. Von Mogno aus konnte ich im Herbst 1982 viele Stationen in Europa arbeiten. Trotz der geringen Sendeleistung von ca. 2W und einer Langdrahtantenne nur wenige Meter über Grund entlang eines Bachlaufes. 

Transceiver und Logbuch sind leider verschollen, doch die Erinnerung an das kleine Gerät ist geblieben. 

Nun, 42 Jahre später, hat Wolfgang DL2KI dieses Gerät nach der damaligen Beschreibung aufgebaut und ausprobiert. Der Transceiver ist ein kleines Schmuckstück geworden und auf der Seite von Wolfgang zu bewundern. Der Bau ist akribisch beschrieben und würde einen erneuten Nachbau noch viel besser ermöglichen als es der Artikel aus dem Jahre 1982 möglich machen würde. Auch die Bauteile sind heute noch aufzutreiben. Wie zum Beispiel die verwendeten Mischer SO42. 

Wolfgang hatte beim Bau des Prototypen Hilfe von Jürgen DC0DA.

Jürgen hat übrigens im Funkamateur 11/17 einen QRP-Transceiver beschrieben. Den "Mini 80" - mit einem Superhet-Empfänger. Und hier schließt sich der Kreis:

Der Artikel von Jürgen hat mich nämlich dazu inspiriert, wieder einmal einen 80m QRP-Transceiver zu bauen. Was daraus geworden ist, habe ich hier in meinem Blog beschrieben. Natürlich habe ich dies und jenes abgeändert und den Bauteilen in meinem Fundus angepasst. Aber auch anderswo habe ich noch das eine oder andere Detail abgekupfert. Doch der Kern meines Transceivers war der "Mini 80" von Jürgen.

QSOs habe ich damit von der Lauchernalp getätigt und er hat sich dabei bestens bewährt, wie hier nachzulesen ist.    

In der Zwischenzeit habe ich noch weitere Versionen dieser Schaltung gebaut und der Transceiver ist nun eine Zweiband-Version für 80 und 40m geworden. Dabei ist auch immer mehr aus der Schaltung des Norcal 40 eingeflossen. Der Mini 80 und der Norcal funktionieren ja grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip, wie auch viele andere Selbstbaugeräte und Bausätze aus den 80er und 90er Jahren.

  

Sonntag, 26. Mai 2024

Das Warten hat sich gelohnt: QMX+

 

Bilder: Unterwegs in der Flussaue des Javro

Meine Freude war gross, als Hans Summers seinen kleinen Mehrband Transceiver QMX lancierte: Ein winziger CW/Digital Transceiver mit 5W Leistung als Bausatz. Hier habe ich über den Kleinen berichtet. Aufmerksam verfolgte ich die Einführung dieses Bausatz-Transceivers auf dem Forum von QRP-Labs. Obwohl ich bisher gute Erfahrungen mit den Bausätzen von QRP Labs gemacht hatte, unter anderem mit dem QCX+, - zögerte ich mit dem Kauf. Das Gerät schien mir nicht ausgereift. Nicht nur punkto Software, was sich mit Updates korrigieren ließ, sondern auch punkto Hardware. Das Gerät war derart stark miniaturisiert, dass sein Bau für den Bastler eine Menge Fallstricke bereit hielt und keinen Raum für Hardware-Verbesserungen bot. Mein Frust darüber kam dann hier in diesem Blogeintrag zum Ausdruck. Ich wollte diesmal nicht zu den Early Birds gehören, die bei der Fertigentwicklung des Geräts mithalfen. Wieso nur hatte Hans den Transceiver in ein dermassen kleines Gehäuse gequetscht? Hätte er es eine Nummer größer gewählt, wären m.E. viel weniger Schwierigkeiten zu überwinden gewesen. Zudem hätten nicht nur 5 Bänder reingepasst, sondern alle Kurzwellenbänder, inklusive 6m. Mehr Optionen und Anschlussmöglichkeiten wären möglich geworden und die Bedienung wäre auch weniger knifflig gewesen. 

Ich habe also zugewartet und derweil meine eigenen QRP-Geräte für meine Portabel-Aktivitäten gebaut. Komplett softwarelos nach alter Schule. HDT Hardware Defined Transceiver.

Mit der Zeit habe ich das Interesse am QMX verloren und das Forum nur noch sporadisch beobachtet. So traf mich die Neuentwicklung total unvorbereitet. Hans Summers war nämlich nicht untätig geblieben und hatte nicht nur den QMX in vielen SW-Updates laufend verbessert, sondern gleichzeitig ein neues Gerät auf den Markt gebracht. 

Und zwar nichts anderes als das, was ich mir ursprünglich vom QMX erhofft hatte. Der neue Bausatz-Transceiver heisst QMX+ und ist der grosse Bruder des QMX. Er basiert auf der Technik des QMX, ist aber eine Nummer größer und besitzt nun alle Bänder von 160 bis 6m. Das Warten hat sich gelohnt. Wenn der QMX+ hält, was er verspricht, weiss ich, was ich im nächsten Winter zusammenbauen werde.

Hier geht es zum QMX+ von QRPLabs. 

Es muss nicht immer alles so klein wie möglich sein.   

Donnerstag, 16. Mai 2024

Die sporadische E-Schicht ist wieder da!

 




Bilder: Polarlicht in der Schweiz. Aufgenommen von Peter HB9CCZ

Wie jedes Jahr beglückt uns Funkamateure der Mai mit sporadischen E-Schichten. Während ich diese Zeilen schreibe, ruft gerade SV3AUW CQ im 6m Band in FT-8. Er ist sogar hier im Alpental mit einem Signal zu hören, das auch eine SSB-Verbindung ermöglichen würde. Takis hat nicht nur eine interessante Seite auf QRZ, sondern auch ein spannendes Blog.

Doch die sporadische E-Schicht ist dieses Jahr nicht allein. Denn im Höhepunkt der Sonnenaktivität hilft manchmal auch die F-Schicht bei der Reflektion der 10m und 6m Wellen. Dann reichen unserer VHF Signale um den halben Globus. Im Gegensatz zu den sporadischen E-Schichten, die sich in etwa 100km über unseren Köpfen bilden, sitzt die F-Schicht in 250 bis 400km Höhe. Mit ihrer Hilfe sind  viel grössere Sprungdistanzen möglich. Sofern man die Welle entsprechend flach abstrahlen kann. Doch wie  bereits erwähnt, stehen hier im Alpental viele Berge im Wege. Ich muss mich also mit kürzeren Sprüngen und deshalb auch schwächeren Signalen begnügen.

Wie weit ein einzelner Es Sprung über die Ionosphäre reicht, hängt nicht nur vom Abstrahlwinkel sondern auch von der Höhe der Schicht ab, die etwas variiert. Hier auf dieser Seite sind Tabellen für 90 und 120km Es-Höhe, aus denen die Sprungweiten und die maximal möglichen Distanzen herauszulesen sind. Natürlich sind auch bei Es Mehrfachsprünge möglich, sofern sich an der "richtigen" Stelle gerade eine weitere Es-Schicht befindet. Die Höhe der Ionosphärenschichten kann man aus einem Ionogramm ersehen. Zum Beispiel hier bei der Sonde von Dourbes (Belgien)  

Auf dieser Seite kann man das Es Geschehen in Europa in Echtzeit verfolgen.

Mein Horizont ist, wie ihr wisst, ziemlich beschränkt ;-) Trotzdem hat es mich überrascht, auch hier im Alpental Nordlichter zu sehen und sogar Aurora-Signale zu hören. Natürlich lag ich auf der Lauer, als die starken Sonneneruptionen angekündigt wurden, und habe deshalb das wohl einmalige Erlebnis nicht verschlafen. Dank dem Dashboard der NOOA. Wenn dort ein G5 in Dunkelrot angekündigt wird, ist eine Aurora in Mitteleuropa möglich. Fällt dann plötzlich das Internet aus und das Licht im Shack, hat es die Sonne wohl übertrieben. Das war diesmal glücklicherweise nicht der Fall.

Vielen Dank  an Peter HB9CCZ für die Erlaubnis zur Publikation seiner Aurora Aufnahmen.