
Die Operation HE3OM ging am 4. März 2012 um Mitternacht zu Ende. Sowohl beim KW-Team mit dem Hauptmast, wie auch beim LW-Team mit dem Reservemast, wo ich dabei war.
Die zweite Premiere feierten wir dann mit einer Verbindung mit RA3YO in Moskau über eine Distanz von 2350km. Dabei hätten wir auf unserer Seite eigentlich gar kein QRSS benützen müssen. Dmitri konnte unser Signal gut hören. Er kam übrigens in einer Variante von QRSS zurück: in DFCW (Dual Frequency CW). Dabei sind Punkte und Striche gleich lang, aber unterschiedlich in der Frequenz. Je nach Geschwindigkeit beträgt der Frequenzversatz einige Hertz oder sogar nur Bruchteile davon. Damit kann nicht nur die Strichlänge auf Punktlänge verkürzt werden, die Abstände zwischen Punkten und Strichen innerhalb der Zeichen entfallen. So wird QRSS wieder schneller, ohne an Lesbarkeit einzubüssen.
Nach RA3YO konnten wir auch noch RN3AGC arbeiten. Ebenfalls in der Umgebung von Moskau und etwa in gleicher Entfernung. Darauf folgte nochmals eine Erstverbindung: ES5AM, Mati aus KO38gr in Estland.
Am 18.2., gegen Mitternacht, gelang uns dann der grosse Sprung. W1VD, Jay in Burlington, CT, hatte uns auf dem Schirm. Einen Internet-Anschluss gab es in unserem Shack keinen. Aber Martial, HB9TUH, richtete uns eine Richtstrahlverbindung ein und so konnten wir live mit ansehen wie unsere Signal auf der anderen Seite des Atlantiks empfangen wurde (siehe Bild).
Diese Erfahrung hatte uns übermütig werden lassen. Wenn es mit den USA klappte, könnte es doch auch auf die andere Seite gehen, gegen Japan! Der bekannte Low Band DXer JA7NI war auch auf 136 kHz QRV und war bereits in Russland empfangen, bzw. gesehen worden. Wir kontaktierten Yasi, JA8SCD, der für Kuni JA7NI die Skeds abmacht. Doch der erste Versuch mit Kuni war eine Enttäuschung. Von unserem Signal war in Tokio nichts zu sehen, obschon wir die Geschwindigkeit bis auf QRSS60 reduzierten (Ein Punkt = 60 Sekunden, ein Strich 180 Sekunden). Doch dann, am 21.2. tauchte auf der Wasserfallanzeige von JA7NI, die wir auf dem Internet beobachten konnten, plötzlich eine schwache Drei auf und dann ganz klar und deutlich der Suffix OM. War das wirklich unser Signal? Als wir in der folgenden Nacht den Test wiederholten, konnten wir die Zweifel ausräumen. Während Stunden tauchte unser Signal immer wieder auf Kunis Schirm auf, in einer Distanz von fast 10‘000km und nach einem Pfad, der zum grössten Teil über Land führte. Das QSB war ausgeprägt und entschied über „sichtbar“ oder „unsichtbar“. Es schwankte in einem Rhythmus von ungefähr einer halben Stunde.
Lange Zeit betrachtete ich die lange Welle als eine recht stabile Angelegenheit. Das ist sicher auch richtig, was die Bodenwelle anbelangt. Doch nachts, wenn die Ionosphäre mitspielt, variieren die Bedingungen stark. Sonnenstürme beeinträchtigen auch die Langwellenverbindungen. Aber sie können sie auch verbessern. Gerade nach einem Sonnensturm habe ich häufig stärkere Signale beobachten können. Das könnte auch bei unserer Verbindung mit Japan eine Rolle gespielt haben – in die eine oder andere Richtung.
Zu erwähnen bleibt noch, dass der Langwellenbetrieb (wie auch bei der KW-Crew) eine Teamleistung war. Bei der Installation halfen u.a. HB9CGL, HB9DUL, HB9DUI, HB9IIV, HB9TOB, HB9DBC, HB9IIB und natürlich HB9TUH.
Noch ein Wort zu den lokalen Bedingungen: Normalerweise hat man ja ein Haus mit einer Antenne. Wir hatten in Sottens eine Antenne mit Haus. In diesem Häuschen belegten das Variometer und die Abstimmkondensatoren für 765 kHz die Hälfte des Platzes. Die andere Hälfte gehörte uns. Und die war eisig kalt. Auf dem Hochplateau von Sottens weht häufig eine heftige Bise und Februar gehört bekanntlich nicht zu den warmen Monaten. Trotz zwei Keramikheizern à 1.5kW kamen wir nicht über 10 Grad. Wir funkten in Ski Jacke und mit Mütze. Aber als HB9TOB mit schwerem Geschütz zu Hilfe kam, in Form von alten Direktheizern, die bei der Renovation seines Hauses übrig geblieben waren, verbesserte sich unsere Situation.
Die Einspeisung unseres Senders erfolgte über ein Stück Litze. Das genügte für unsere 1000 Watt
Man beachte das Schild links!
Das vorhandene Anpassnetzwerk des Mittelwellensenders musste natürlich unterbrochen werden, um unseres anzuschliessen.
Der Messerschalter an einem der vier Mastfüsse. Für den Betrieb mussten die Schalter geöffnet werden.



























