Das 136 kHz Band (135.7 - 137.8 kHz) wurde in der Schweiz bereits am 1. Januar 2001 für die Funkamateure freigegeben. Dies aufgrund der europäischen Empfehlung (CEPT/ERC E62-01). Die Schweiz gehörte dabei zu den ersten Fernmeldeverwaltungen, die dieses Band freigaben. Nur das OFCOM der Engländer war noch etwas schneller. Allerdings erhielten die englischen Funkamateure zuerst nicht die Erlaubnis für das 136 kHz Band, sondern für das 73 kHz Band. Bereits im April 1996 erhielten unsere englischen Funkfreunde die Erlaubnis auf den Frequenzen von 71.6 - 74.4 kHz zu senden. Im Juni 2003 endete diese spezielle Zuteilung.
Oft wird bei diesen Frequenzen falscherweise von Längstwellen gesprochen, doch der Bereich 30 - 300 kHz, entsprechen den Wellenlängen 10'000m bis 1000m gehört zu den Langwellen. Nur die Frequenzen von 3 - 30 kHz werden als Längstwellen bezeichnet (Dort wo zum Beispiel auch der Längstwellensender Grimeton in Schweden auf 17.2 kHz ab und zu seine Grussbotschaften sendet.
Dass wir dieses Langwellenband bekommen würden, wussten wir Funkamateure aufgrund der CEPT-Empfehlung schon im voraus, und so blieb genügend Zeit, sich darauf vorzubereiten. Fest stand auch schon, dass wir maximal 1 Watt ERP benutzen durften und dass der schmale Bereich keine Sprachkommunikation, sondern nur Telegrafie und andere digitale Betriebsarten zulassen würde. Da weder Sender noch Antennen für diesen Bereich zu kaufen waren, mussten diese selbst entwickelt und konstruiert werden. Eine Herausforderung ganz nach meinem Gusto. Ich wollte unbedingt zu den ersten gehören, die auf diesem Band QRV sein würden.
Der leichteste Teil dieser Aufgabe, war die Suche nach einem passenden Empfänger. Zwar hätte ein Amateurfunktransceiver für diese Aufgabe genügt. Viele dieser Geräte konnten bis 30 kHz herunter empfangen. "Doch wenn schon, denn schon", sagte ich mir. Und wie der Zufall so spielt, fand ich im Zeughaus in Meiringen anlässlich eines weiteren Liquidationsverkaufs einen ganzen Stapel Watkins &Johnson Empfänger WJ8888A zu je 50 Franken. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, wieviel diese professionellen Empfänger aus den USA mal gekostet hatten. Zwei Stück habe ich damals abgeschleppt. Einer lief zur besten Zufriedenheit, den zweiten musste ich reparieren. Er hatte einen Wackelkontakt im Synthesizer: eine nie gelötete "Lötstelle". Na so was!
Hier sehen wir das gute Stück. Diese Ecke meines damaligen Shacks kennt ihr ja schon:
Oben auf dem Regal sieht man eine erste Version eines Langwellensenders mit separatem Netzteil. Auch bei dieser Aufnahme ist es so, dass heute kein einziger dieser Gegenstände in meinem Besitz verblieben ist. Hätte ich immer alles aufbewahrt, hätte ich wohl eine Lagerhalle mieten müssen.
Zwar war ich mit dem WJ8888A zufrieden und er bescherte mir auch manches QSO. Doch der Feind des Guten ist das Bessere. Und so ersetzte ich den Watkins & Johnson mit einem Harris RF590, den ich bei Toronto Surplus in Kanada aufstöberte. Diese Empfänger wurden unter anderem in der Hochseeschifffahrt und beim Militär eingesetzt.
Im nächsten Bild ist er zusammen mit der definitiven Version meines LW-Senders zu sehen:
Und damit wären wir bei der zweiten Komponente meiner Langwellenstation: dem Sender.
Im Internet kursierten bereits einige Schaltungen von Langwellensendern. Besonders aus England. Dort hatten die Amateurfunker dank ihres 73 kHz Bandes schon einen Erfahrungsvorsprung. Damit 1 Watt ERP erreicht werden konnte, musste wesentlich mehr Sendeleistung zur Verfügung stehen. Mein Sender - man sieht es schon am Transformator an - sollte mindestens ein Kilowatt liefern.
Da nur CW-Betrieb geplant war, konnte eine geschaltete Endstufe verwendet werden. Das erzeugte Recktecksignal von 137 kHz war natürlich voller unerwünschter Oberwellen. Doch nach dem Tiefpassfilter lag dann nur noch ein sauberes Sinussignal an der Antennenbuchse. Der Vorteil dieser Art Endstufe lag in einem sehr hohen Wirkungsgrad von über 90%. Das Konzept stammt von G3YXM und ich habe es etwas modifiziert. Hier die Schaltpläne dazu:
Der VFO lief auf einer 50 mal höheren Frequenz. Daher konnte auch mit einem freilaufenden VFO eine ausgezeichnete Stabilität des Langwellensignals erzielt werden.
Die Treiberstufe beinhaltet die Division durch 50 und die Treiber für die Endstufentransistoren, die in Push-Pull betrieben werden.
Die Endstufe mit dem Ausgangstrafo (mit dem auch die Ausgangsleistung eingestellt wird), dem Tiefpassfilter und der SWR-Messbrücke.
Und hier schliesslich noch das Netzteil, für 50 Volt und 30 Ampère ausgelegt.
Der letzte und wichtigste Teil einer Sendeanlage ist natürlich die Antenne. Und im Vergleich mit den 2200m Wellenlänge ist die auf einem Grundstück eines Funkamateurs in der Regel winzig klein. Ein Dipol müsste nicht nur eine halbe Welle lang (1100m) und 50m über Ground sein, um überhaupt wirksam zu sein (1 Ohm Strahlungswiderstand). Darum verwendet man Vertikalantennen mit einem Radialnetz. Zwar liegt bei geringen Höhen im 136 kHz Band der Strahlungswiderstand auch sehr niedrig, doch kann er mit einer Dachkapazität noch erhöht werden (z.B. Inverted L-Antenne). Meine Antenne mit einem 18m Mast und einem Draht als Dachlast hatte etwa einen Wirkungsgrad von -30 bis -40dB, je nachdem mit welchen Annahmen man rechnete. Messen war mit meinen Mitteln unmöglich. Meine abgestrahlte Leitung lag also im Bereich von einigen 100mW. Hier auf dieser Seite findet nan vieles, was man über Langwellenantennen wissen muss.
Natürlich musste eine solche Antenne noch abgestimmt werden, ist sie doch hochgradig kapazitiv. Im Klartext: es fehlt ihr Induktivität in Form einer Verlängerungsspule. Dazu eignet sich am besten ein Variometer. In der Funktechnik ist das ist eine Spule, die in einer anderen dreht. Damit kann man die Induktivität der beiden Spulen, die in Serie geschaltet sind, verändern. In den nächsten beiden Bildern sehen wir zwei solche Variometer, die ich gebaut habe:
Das obere war für das Mittelwellenband 630m und das untere für die Anpassung des Sendemastes in Sottens für das 137 kHz Band. Zuhause hatte ich aber keinen 125m Mast wie in Sottens zur Verfügung. Da sah das Variometer, mit zusätzlicher Verlängerungsspule so aus, wie im Titelbild zuoberst. Später habe ich das ganz nochmals neu gebaut und dann zum Schutz in ein blaues Fass eingebaut:
So, das ist genug für heute. Nächstes Mal geht es um den Funkbetrieb auf dem Langwellenband.








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