Funkamateure sind nicht nur Konstrukteure und Jäger, sondern auch Sammler. Ich kenne kaum einen Funkamateur, der nicht ,zumindest zeitweise, alte Geräte sammelt. Mir hatten es unter anderem die Funkgeräte der Firma Collins angetan.
Die Firma Collins Radio Company wurde 1933 von Arthur A. Collins in Cedar Rapids, Iowa, gegründet. Sie stellte Funkgeräte für den Amateurfunk, das Militär und andere professionelle Anwender her. Die Geräte zeichneten sich durch einen VFO aus, der nicht über einen Drehkondensator, sondern über eine abstimmbare Spule verfügte (PTO, Permeability Tuned Oscillator). Auch die meisten anderen Abstimmelemente in den Sendern und Empfängern wurden mit Induktivitäten abgestimmt (mit Tauchkernen in den Filterspulen). Collins war auch der Erfinder des Mechanischen Filters. Diese Filter wurden auch in diversen Funkgeräten anderer Hersteller eingesetzt. Zum Beispiel im FT817 und FT857 von Yaesu. Die Produktion dieser Filter wurde 2015 eingestellt. Das war denn auch der finale Nagel im Sarg der Yaesu-Geräte. Auch dem rasch nachgeschobene FT-818 mangelte es an mechanischen Filtern. Die Lager waren rasch leer und heute zahlt man für die zusätzlichen Filter auf dem Gebrauchtmarkt ein Vermögen, sofern man überhaupt noch welche findet. Vielleicht mag das manch einem OM nicht bewusst sein, der sein Yaesu nur für FM und SSB benutzt. Doch ohne zusätzliche CW-Filter sind diese Geräte für den Telegrafisten praktisch wertlos.
Die Firma wurde später Teil von Rockwell Collins und ist heute als Collins Aerospace eine Einheit von RTX (Raytheon Technologies) und ein führender Zulieferer für die Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie.
Der R-392 oben im Bild ist ein "kompakter" Empfänger, aber mit 24 Kilo kein Leichtgewicht. Er ist der kleinere Bruder des R-390. Beide wurden für das Militär gebaut, landeten aber nach ihrer Ausmusterung oft bei Funkamateuren. Beide waren vollständig mit Röhren bestückt. Der R-392 wurde mit 28 Volt Gleichspannung betrieben. Bei Betrieb mit 24V (zwei 12V Akkus in Serie) verringerte sich die Empfindlichkeit aber etwas. Der R-390 war nicht nur wesentlich grösser, als sein kleiner Bruder, sondern auch viel schwerer (39 Kilo). Ich habe mit einigen Stationen Kontakt gehabt, die einen R-390 als Empfänger benutzten und konnte bei einem Funkkollegen selbst diesen wunderbaren Empfänger testen. Im Gegensatz zum kleinen R-392 wurde der grosse Empfänger mit 110/220 VAC betrieben. Hier geht es zum Handbuch des R-392.
Doch einen R-390 besass ich leider nie, jedoch seine Vorgänger einen 51J-4 (Militärvariante R-388) und seinen Nachfolger, den 51S-1.
Soweit zu den Empfängern von Collins, an denen ich auch heute sicher noch Spass hätte. Leider fehlt mir der Platz dazu. Zudem wäre es schade, sie nur anzuschauen und nicht wirklich im Funkverkehr zu betreiben.
In diesem zweiten Foto sehen wir einen anderen Ausschnitt meines Shacks vor etwa 30 Jahren. Und da ist ein anderer Collins zu entdecken. Einen Transceiver KWM-2A. Mit ihm war ich damals vor allem auf dem 80 und 40m Band in SSB unterwegs. Interessant ist, dass alle Geräte, Bücher und Gegenstände, die auf diesem Foto zu sehen sind, nicht mehr in meinem Besitz sind. Sie haben die folgenden QTH Wechsel nicht überstanden. Entweder haben sie an einem Flohmarkt den Besitzer gewechselt oder sind freiwillig gestorben.
Ein weiteres interessantes Detail aus dieser Zeit ist die Antenne, die ich damals für die Kurzwelle benutzt habe. Da das Dach vollständig mit VHF/UHF und Mikrowellen Antennen besetzt war, experimentierte ich mit verschiedenen Drahtantenne: Dipolen und Inverted L vor allem. Doch am Collins KWM-2A hing eine besondere Antenne, an die ich mich heute noch gerne erinnere. Eine so genannte T2FD Antenne. Es ist eine Breitbandantenne, die dank eines Abschlusswiderstandes einen sehr grossen Bereich abdeckt. Meine hatte eine Gesamtlänge von ca. 30m und arbeitete auch auf dem 80m Band noch gut. Besonders glänzte sie im 40m Band, wo ich mit ihr viele SSB QSO's in die USA machen konnte. Trotz 100W Sendeleitung und der angeblichen Verluste von 30% im Abschlusswiderstand. Doch was sind schon -1.5dB im praktischen Funkbetrieb auf KW? Den Widerstand habe ich, genauso wie den Balun selbst gebaut. Er wurde aus induktionsarmen Kohleschicht Widerständen aus der Bastelkiste zusammengesetzt (Wichtig: Keine Drahtwiderstände verwenden).
Natürlich gibt es die T2FD heutzutage auch zu kaufen.
Heutzutage bauen leider nicht mehr viele OM ihre Antennen selbst. Schade. Nicht um das Geld, sondern um die verpasste Erfahrung.
Von oben nach unten: Collins 51J-4, 51S-1, KWM-2A



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