Donnerstag, 30. März 2023

Wer schreibt, der liest

 


So leer wie der Strand im Norden Dänemarks ist zurzeit noch die Leserstatistik dieses Blogs. Offenbar sind bisher nur wenige tief genug getaucht, um es in den Untiefen des Internets zu finden. Aber so wie ich einsame Strände liebe, mag ich auch die einsamen Orte in den Tiefen der Matrix. 

Was ich so schreibe, das wisst ihr. Aber natürlich lese ich auch. Ziemlich viel sogar. Meist auf dem Notebook, dem Tablet und natürlich auf dem Kindle. Obwohl ich weder Computer noch Mikrofon an meinem Funkgerät hängen habe, bin ich keineswegs ein Computermuffel. 

Gerade habe ich ein neues Buch entdeckt. Es stammt aus der Feder von Chris Rutkowski NW6V und heisst "The CW way of Life." Es geht um "Learning Living and Loving Morse Code." Also einerseits um das Lebensgefühl eines Telegrafisten und andererseits wie man Morsen lernt. Rutkowsky hat eine interessante Geschichte zu erzählen und zeigt einen Weg auf, wie man Telegrafie lernen kann, der sich von den bisherigen Rezepten unterscheidet.

Dank Rutkowski weiss ich nun, dass ich das Morsen falsch gelernt habe. Ich habe es so gelernt, wie man seit 150 Jahren Telegrafisten ausbildet.  Ich wurde trainiert bzw. gedrillt, Morsezeichen möglichst fehlerfrei als Buchstaben auf Papier zu bringen; und umgekehrt beim Geben vom Blatt abzulesen und mit der Hand als Punkte und Striche wiederzugeben. Das war damals unabdingbar um die Morseprüfung zu bestehen. Das Gehirn wurde dabei in gewisser Weise kurzgeschlossen.

Doch was für Profi-Telegrafisten in Beruf und Militär eine Notwendigkeit ist, ist für den Amateurfunk nicht ideal. Denn man lernt dabei nicht, die Morsezeichen direkt im Kopf in Sprache umzuwandeln. Es wird vielmehr ein Reflex antrainiert. Die Punkte und Striche gehen vom Ohr direkt in die Hand und umgekehrt. Ein derart ausgebildeter Telegrafist muss erst lesen was er geschrieben hat, um die Botschaft zu verstehen. Er braucht sie auch nicht zu verstehen, er muss sie nur fehlerfrei an seinen Chef weiterleiten.

Damit Morsen aber richtig Spass macht, muss man es als Sprache verstehen, ohne es niederschreiben zu müssen. 

Das Buch von Rutkowsky (mit Versand aus den USA) ist teuer, oder wie wir hier sagen:  "Ca coûte la peau des fesses." Darum lese ich es auf dem Kindle.  

5 Kommentare:

  1. "Anton schreibt, also ist er". Freude und Befriedigung auch mit diesem Blog, lieber Anton: Hansjörg HB9EWH

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  2. Gerade in einer Telegram gefunden und gleich mal in den RSS-Reader gepackt (ja, ich nutze so etwas noch)

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  3. Ja, Viele lesen! Auch ich lese Deinen Blog. Solltest Du nicht aus dem "Feuchraum Wetter" sprich "Wetraum Wetter" bei den "Interessante Links" das ganze in den "Weltraum" verlegen. HI. Nur weiter so, lese Deine Blog's gerne, 73 de Stefan

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