Bild: Speiseschleife meiner Magnetloop.
Peter, HB9ISP ist ein absoluter Crack. Er hat die schönste Magnetloop Antenne gebaut, die ich je gesehen habe. Absolut perfekt, nach allen Regeln der Kunst und ohne Fehl und Tadel. Und da Peter alles sehr genau nimmt und alles sehr genau wissen will, hat er sich auch gefragt, wie gut den sein Meisterwerk wirklich ist. Doch Peter war damit noch nicht zufrieden. Er hat sich gefragt, wie denn all die anderen Magnetloop Antennen abschneiden. Die gekauften und die selbst gebauten.
Doch beginnen wir die Geschichte ganz von vorne. Peters Magnetloop ist erstaunlicherweise nicht einfach zu finden in den Tiefen des Internets. Aber das haben Perlen so an sich. Ich bin erst auf seine wunderbare Loop gestossen, nachdem er meine gefunden hatte und mir schrieb, ob ich denn bei seiner Sammlung von Loops mitmachen würde.
Hier also geht es zu der Magnetloop Perle und ihrer Herstellung von Peter.
Und jetzt zum zweiten Teil der Geschichte: zu den Elenden. Damit sind aber nicht Les Miserables aus Victor Hugo's Roman gemeint. Sondern all die Magnetloop Antennen, die in Peter's Loop Sammlung miserabel abschneiden. Dazu gehört leider auch meine Magnetloop Antenne. Ihr fragt euch sicher, wie es dazu gekommen ist, nicht wahr?
Schon seit einiger Zeit wird die bisherige Berechnung von Magnetloop Antennen von Ingenieuren angezweifelt und es wurde nach neuen Methoden gesucht, die Effizienz dieser Antennen zu messen. Haben doch die bisherigen Methoden auf vielerlei Annahmen und Schätzungen beruht, was einen Vergleich der Loops untereinander sehr schwierig machte. Einer dieser Zweifler war u.a. Klaus Solbach DK3BA von der Universität Duisburg. Klaus ist nicht bloss ein simpler Theoretiker, wie andere Exponenten der neuen Messmethode, die nie selbst eine Magnetloop gebaut und erprobt haben. Er hat selbst Magnetloops gebaut.
Wie funktioniert die Berechnung von Klaus und Peter? Ich versuche, dies mal ohne Formeln zu erklären. Obwohl es für interessierte OM sicher einfach ist, die Berechnung mittels der Formeln nachzuvollziehen. Hier dazu der Rechner, den Peter entwickelt hat.
Eine Magnetloop wird als Schwingkreis mit einer bestimmten Güte betrachtet.
1. Mit einem Stehwellenmessgerät (zum Beispiel einem VNA) wird die Bandbreite dieses Schwingkreises innerhalb eines SWR von 1:2.62 gemessen. Daraus wird dann die wahre Güte Q der Antenne bestimmt. Die theoretische Güte kann aus den Schwingkreiswerten berechnet werden.
2. So wie in den bisherigen "klassischen" Berechnungen wird mit der bekannten Formel der Strahlungswiderstand der Antenne bestimmt. Stark vereinfacht: durch deren Durchmesser. Diese Methode scheint nach wie vor unbestritten. So genannt settled science, gemauert aus dem Kanon der Antennenliteratur.
3. Aus der Differenz zwischen der Güte eines theoretisch unbelasteten Schwingkreises und dem Schwingkreis der gemessenen Magnetloop wird sodann der gesamte Verlustwiderstand errechnet. Darin enthalten sind der Verlust durch die Antenne selbst (u.a. ohmscher Widerstand der Schleife), der Verlust durch die Abstrahlung der Antenne in den "Aether" und die Verluste durch die Adsorption des Strahlungsfeldes in der Umgebung der Antenne.
4. Die Abstrahlung der Antenne wird durch den Strahlungswiderstand bestimmt. Alles andere sind somit Verluste. Damit errechnet sich der Wirkungsgrad der Antenne aus der theoretischen Güte des idealen Schwingkreises und der tatsächlichen aus dem SWR gemessenen Güte.
Und damit kommen wir zu den Miserablen. Wie ihr aus der nachfolgenden Zusammenstellung von Magnetloop Antennen, die Peter mit viel Fleiss und Mühe erstellt hat, ersehen: Meine Magnetloop Antenne gehört dazu. Sie ist besonders auf den Bändern 30, 40 und 60m wesentlich schlechter als ich gedacht und aus der Praxis geschlossen habe.
Dies vor allem aus einem Grund: meine Antenne steht drinnen und nicht draussen in der freien Natur. Das Gebäude mit seiner Struktur und seinen Installationen verursacht offenbar mehr Verluste als gedacht. Gut, dass sich meine Magloop unter dem Dachgiebel befindet und nicht etwa eingeklemmt zwischen Betonwänden und Decken in einer unteren Etage dieses Gebäudes. Würde sie jedoch draussen stehen, weg von störenden Einflüssen, wäre sie vermutlich wesentlich besser.
Hier die Liste der Magloops, die Peter gemessen und miteinander verglichen hat.
Und hier meine Magloop im Detail, wie sie Peter in seine Sammlung aufgenommen hat.