Freitag, 30. Januar 2026

Erinnerungen eines Funkamateurs 11 - Mikrowellen

 


Bild oben: Drastische Änderung! Die beiden KW-Beam haben UHF und Mikrowellen-Antennen Platz gemacht. Die Antennen im Frostkleid sind: 4x20 Elemente für 70cm, 4xDoppelqud-Yagis für 23cm, 6m Yagi, 1.5m Parabol mit Zweibandhorn für 23cm und 13cm. Die darunter liegende 2m Yagi ist nicht sichtbar.

Bild unten: Die beiden KW-Beam-Antennen vorher: WARC-Beam für 30,17,12m und darunter Beam für 10, 15 und 20m.


Der Reiz der kurzen Wellen verblasste in den 80er Jahren. Inspiriert von Karl Weiners UHF-Unterlagen fokussierte sich meine Tätigkeit auf die UHF- bzw. Mikrowellen-Bänder. Zuerst einmal auf das 70cm Band mit den im obersten Bild sichtbaren 4x20 Element Yagi-Antennen. Gespeist mit einem selbst gebauten Transverter und einer 200 Watt Endstufe. Dabei kamen zwei Röhren 2C39BA zum Einsatz, die dazumal günstig als Gebrauchte oder NOS (New Old Stock) erstanden werden konnten. Diese Keramiktrioden können in Oszillatoren, Verdreifacher und Endstufen bis 2.5 GHz eingesetzt werden. Die maximale Anodenverlustleistung beträgt 100 Watt. Sie müssen aber mit einem Radialgebläse gekühlt werden. Im 70cm Band lieferten bei mir zwei dieser Röhren im Parallelbetrieb bei SSB sogar 300 Watt Hochfrequenzleistung. 

Der Aufbau der PA erfolgte in Streifenleitungstechnik. Streifenleiter und Gehäuse wurden aus Messingblech gebaut. Leider habe ich - wie von den meisten damals gebauten Geräten - keine Bilder mehr. Aber hier sieht man wie eine solche PA mit einer Röhre aufgebaut wird. Die Vorlage für meine Endstufe stammte aus den UHF-Unterlagen von Karl Weiner. Ob eine oder zwei Röhren, Aufbau und Prinzip waren gleich.

Damals war das 70cm Band recht populär und SSB-Verbindungen über Distanzen von einigen 100km waren auch unter normalen Bedingungen alltäglich (Troposcatter). Für die Funkamateure mit UKW-Lizenz, die mehr als das 2m Band wollten, gab es ja nur den Weg nach oben. Die Kurzwelle war ihnen damals noch verwehrt. Heute sieht die Welt der Funkamateure ganz anders aus: Die damaligen UKW-Funker hocken jetzt auf der Kurzwelle und funken in FT-8. Das 70cm Band wird hauptsächlich für den Relaisfunk genutzt und nur in Contesten erwacht es kurzfristig zum Leben. Allerdings längst nicht in dem Ausmass, wie das früher der Fall gewesen ist. 

Vergessen wir aber nicht den EME und Satellitenbetrieb, der damals in der Pionierphase steckte und auch heute noch im 70cm Band betrieben wird. Aber auch in diesen speziellen Sparten hat sich heute vieles verändert. Oscar 100 hat einen Teil des Satellitenbetriebs von LEO-Satelliten übernommen, und EME lässt sich heute Dank WSJT-X mit wesentlich geringerem Aufwand betreiben als dazumal. 100 Watt Sendeleistung und eine Langyagi reichen im 2m Band gerade aus, um die stärksten EME-Stationen zu kontaktieren. Die 4x20 Elemente im 70cm Band, zusammen mit der 200 (300) Watt Endstufe würden heutzutage auch für EME ausreichen. Meine Antennen hatten damals zwar keinen Azimut-Rotor, Trotzdem habe ich einige Versuche unternommen, mein reflektiertes Signal vom Mond zu empfangen. wenn er am Horizont in der Strahlrichtung lag. Das ist mir in der Tat zweimal gelungen. Gehört habe ich mein reflektiertes Signal nicht, dafür wäre zu schwach gewesen, aber gesehen habe ich es, und zwar in einer Wasserfallanzeige im NF-Bereich. Ein Verfahren, das ich einige Jahre später für Verbindungen auf der Langwelle bei 136 kHz wiederum benutzte und das als QRSS bezeichnet wird. Doch darüber mehr in einem späteren Erinnerungsblog.

Vergessen dürfen wir übrigens auch nicht den ATV-Betrieb, der auf 70cm damals seinen Anfang nahm und dem sich eine passionierte Clique von UKW-Amateuren widmete. Auch diese Nische des Amateurfunks sieht heute durch die Digitalisierung und die Entwicklung in der Mikrowellentechnik anders aus. Das 70cm Band spielt dabei keine grosse Rolle mehr.  

Doch bleiben wir in meiner Vergangenheit. Das nächst höhere Band war 23cm. Über meine ersten Erfahrungen auf diesem Band habe ich ja bereits berichtet. Doch angespornt durch die Erfolge mit dem Selbstbau im 70cm Band und durch die UHF-Unterlagen und DUBUS-Berichte, habe ich auch einen Transverter für dieses Band gebaut. Dazu eine 23cm Endstufe mit ebenfalls zwei 2C39BA Trioden. Mein letztes Röhrenprojekt bis heute. Die PA für das 23cm Band lieferte gut 150 Watt in SSB. Ihr Aufbau glich der hier verlinkten. Als Antennen standen der Parabolspiegel und die 4xDoppelquad-Yagis zur Verfügung, die etwas mehr Gewinn aufwiesen. Mit dieser 23cm Ausrüstung konnten bei Inversionslagen Verbindungen bis Holland, Norddeutschland, Schottland, Irland getätigt werden. In Richtung Skandinavien und weiter gegen Osten ging es nicht so gut, da dort die Signale einen Wald durchqueren mussten und von einem Hügel abgeschirmt wurden. Trotzdem klappten 23cm Kontakte z.B. mit Berlin und Tschechien. Die Signale wurden wahrscheinlich im Norden am Jura-Gebirge reflektiert und traten von dort dann in einen Inversions-Leiter (Duct) Richtung NO ein. 

Doch damit war noch nicht Schluss. Das nächst höhere Band lockte. 13cm. In diesem Band durfte nur mit einer Spezialbewilligung gesendet werden. Zudem entsprachen die in der Schweiz zugelassenen Frequenzbereiche (2308MHz) nicht den im übrigen Europa verwendeten (2320MHz). Ausländische Gegenstationen mussten also über die Möglichkeit verfügen, unsere Frequenzen zu empfangen und wir umgekehrt natürlich auch. Das verkomplizierte die Sache und QSO's fanden in der Regel nicht spontan sondern nach Abmachung im 2m, 70cm oder 23cm Band statt. Trotzdem kamen einige schöne DX-Verbindungen bei Inversions-Wetterlagen statt, wie auf den beiden QSL-Karten zu sehen ist.  




 Im 13cm Band arbeitete ich ebenfalls mit einem Eigenbau-Transverter, der wie die anderen Transverter auch mit Transistoren arbeitete. Dazu kam eine ebenfalls transistorisierte Endstufe. Die verwendeten BFQ 135 (Treiber) und BFQ136 hatten  bei 2.3 GHz nur noch eine geringe Verstärkung. Die Sendeleistung betrug nur wenige Watt.  Wie auf der nächsten QSL zu sehen ist, war auch mein Freund Kurt HB9RVN wieder dabei. Er hatte mir bei der Mechanik der 70cm und 23cm PA Röhren geholfen und ich habe ihm im Gegenzug einen Transverter für 2308 MHz gebaut. Im Gegensatz zu unserer ersten 23cm Verbindung via Reflexion am Guggershörnli, war es diesmal eine Direktverbindung. Denn mit meinem QTH-Wechsel hatten unsere Antennen Sichtkontakt. 

Das nächsthöhere in der Schweiz zugelassene Band war 6cm. Doch auf diesem Band habe ich es nie zu einem Funkkontakt gebracht. Denn meine Ausrüstung war denkbar einfach. Sie blieb bei einem einfachen Vervielfacher in einem Stück Hohlleiter und einem simplen Dipol mit Reflektor aus Messingstäben. Als Empfänger baute ich einen einfachen Mischer mit einer Diode ohne Vorverstärker, ebenfalls in einem Stück Hohlleiter. Das reichte aus, um ein paar Versuche zu machen. Ich bin heute noch erstaunt, wie weit ich mit dem Auto fahren konnte, bis ich das Signal meiner Bake verlor (>10km) 

Damit endete meine Mikrowellenaktivität vorerst und ich verkaufte meine selbst gebauten Geräte. Wer der Käufer war, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Nur daran, dass er das Equipment mit dem Helikopter abholte:


Vorerst gewannen andere Frequenzen meine Aufmerksamkeit. Darüber mehr in meinem nächsten Beitrag. Erst später kehrte ich, von einem anderen QTH aus, wieder zur Mikrowelle zurück.  


Donnerstag, 22. Januar 2026

Erinnerungen eines Funkamateurs 10 - UHF

 

Dieser Abschnitt der Erinnerungen ist meinen ersten Schritten von der 2m Welle in Richtung kürzeren Wellenlängen gewidmet. Doch was bedeutet UHF?

UHF Ultra High Frequency (ultra hohe Frequenzen), sind Frequenzen im Bereich von 300 bis 3000 MHz. Also Wellenlängen von 100 cm bis 10 cm und deswegen früher oft Dezimeterwellen genannt. Der Begriff Mikrowellen überschneidet sich mit UHF, denn er bezeichnet Frequenzen oberhalb 1000 MHz (1 GHz).

In meinen ersten Jahren auf der Kurzwelle spielte das 2m Band nur noch eine Nebenrolle. Die ersten FM Relais wurden auf Berggipfeln gebaut. Im Kanton Bern, wo ich damals wohnte, wurden die Relais Menziwilegg (auch Mänziwilegg genannt) und Schilthorn (Piz Gloria) unter der Regie von Roland HB9MHS gebaut und in Betrieb genommen. Auch Direktverbindungen fanden vermehrt in FM auf 2m statt. Die Berner Lokalfrequenz 29.6 MHz AM geriet nach und nach in Vergessenheit. Dieser Entwicklung konnte ich mich nicht entziehen, denn auch meine Kollegen begannen in FM zu funken und sich dort zu verabreden. Zuerst hatte ich für den FM-Betrieb einen Sommerkamp TS-240, später tauschte ich ihn gegen einen Kenwood TW-4000A. Beide haben heute nur noch nostalgischen Wert und ich erwähne sie der Vollständigkeit halber. Als Antennen wurden im Mobilbetrieb eine Viertelwellenlänge-Vertikal auf einem Magnetfuss und zuhause eine selbst gebaute Sperrtopfantenne verwendet. Von letzterer hört und liest man heutzutage nicht mehr viel. Sie wurden durch gekaufte vertikale Stängel verdrängt. Schade, denn die Sperrtopf ist eine ausgezeichnete Antenne. Doch Einseitenbandmodulation war für mich und viele andere OM auch im 2m Band noch wichtig. Insbesondere für die mit UKW-Lizenz. Und so wurden meine FM-Geräte schliesslich durch einen Kenwood TR-751A ersetzt, der nicht nur SSB, CW und FM in einem kleinen Gerät vereinte, sondern auch mehr Leistung (25W) bot. 

Doch kommen wir endlich zu den ultra hohen Frequenzen: 

Das erste Band im UHF Bereich ist das 70cm Band. Die Ausbreitung auf 430 MHz ist ausgezeichnet und manchmal sogar besser als im 2m Band; vorausgesetzt man betreibt einen vergleichbaren Aufwand an Leistung und Antenne. Beim Antennengewinn müssen wegen der höheren Streckendämpfung auf jeder Seite ca. 5dB mehr eingesetzt werden um mit 2m gleichzuziehen. 

Bei Überreichweiten durch Inversionslagen können oft ebenso grosse Distanzen überbrückt werden wie im 2m Band. Aus der Schweiz heraus sind Verbindungen in SSB mit ganz Europa möglich. Nur die sporadische E-Schicht in der Ionosphäre spielt in diesem Band keine Rolle mehr.

Heutzutage ist das 70cm Band praktisch zu einem Relaisband verkommen. Aber ich berichte ja nicht von der Gegenwart sondern aus der Vergangenheit. Und da sah es punkto 70cm noch anders aus. Zwar wurde auf der Menziwilegg bei Bern auch auch ein 70cm Relais errichtet, doch SSB spielte noch die Hauptrolle. 

Um auch auf 70cm dabei zu sein kam bald einmal ein Yaesu FT-780 auf den Stationstisch und reiste bei meinen regionalen Expeditionen im Auto mit. 

Ich weiss nicht ob es zum Lachen oder Weinen ist, aber wie es Nostalgikern so geht: Einen FT-780 wie auch einen TR751A habe ich in den vergangenen Jahren wieder als Occasionen gekauft. Aus dem einfachen Grund, weil ich sie als gute Geräte in Erinnerung hatte. Man kann mit diesen Geräten mit einigen Einschränkungen auch heute noch funken. Punkte Sendeleistung und Empfängerempfindlichkeit enttäuschen sie nicht und sind deshalb für SSB noch gut brauchbar. Trotzdem habe ich mich wieder von ihnen getrennt. Denn sie würden nach ein paar Nostalgierunden in einem Schrank vor sich hin gammeln. Sie sind keine Konkurrenz für meinen ICOM IC-9700, und schliesslich kann man ja nur mit einem Gerät gleichzeitig funken. Ich habe in den vergangenen Jahren meinem Hang zur Nostalgie immer wieder nachgegeben. Doch mit dem Alter sollte man Ballast abwerfen und nicht noch mehr ansammeln.

Auch für das 70cm Band kamen meist selbst gebaute Yagi Antennen zum Einsatz. Denn mein Interesse galt SSB-Verbindungen über grosse Distanzen und nicht Relaisfunk. Dazu brauchte man eine horizontale Richtantenne und nicht einen vertikalen Stängel.  Als Vorlage für die 70cm Antennen dienten der Rothammel oder Artikel aus DUBUS und den UKW-Berichten. Internet gab es ja noch nicht. 

Das nächst höhere UHF-Band war das 23cm Band. Das lockte mich allein mit der Aussicht, damit die Schwelle zum Bereich der Mikrowellen zu überschreiten. Doch damit war es nicht getan. Beim 23 cm Band kam man damals nicht mehr um den Selbstbau herum. Zwar konnte ich einen Konverter auftreiben, der das empfangene Signal von 1296 MHz auf 144 MHz umsetzte, doch um den Sender musste ich mich selbst kümmern.

Doch was wollte ich überhaupt auf dem 23cm Band? Gab es überhaupt Gegenstationen oder würde ich alleine sein? Konnte ich diese Stationen erreichen von meinem damaligen QTH aus - dem Bauernhof in den Hügeln der Voralpen?

In erster Linie ging es mir um einen ersten Versuch, um erste Erfahrungen im Mikrowellenbereich. Glücklicherweise fand ich einen gleichgesinnten OM, mit dem ich Kontakt im 2m Band hatte: Kurt HB9RVN. Und so begannen wir in unseren 2m QSOs Ideen zu diskutieren, wie wir auf einfache Weise  23cm Stationen bauen könnten, um damit eine Verbindung miteinander aufzubauen. Die Distanz zwischen uns war nicht gross. Sie betrug nur 12.7km. Bei Sichtverbindung wäre das kein Problem gewesen und wir hätten mit einfachsten Mitteln ein QSO hingekriegt. Aber leider hatten wir keine Sichtverbindung. Mein QTH lag, wie ich schon bei der Schilderung meiner 80m DX-Verbindungen beschrieben habe, an einem NO Hang. HB9RVN befand sich jedoch im Nordwesten. Es gab nur eine Lösung: wir brauchten einen Berg oder zumindest einen Hügel als Reflektor, den wir beide sehen konnten. Nach einem Studium der Karte einigten wir uns auf einen Kandidaten: das Guggershörnli, ein markanter Felszacken, 1283m hoch. Hier der Streckenverlauf unserer 23cm Verbindung via Reflexion:


  Die durchgezogene Linie stellt die direkte Verbindung unserer zwei Stationen dar, die gestrichelte den tatsächlichen Pfad, der unser Signal nehmen sollte.

Die Aufgaben für den Bau der zwei Stationen wurde zwischen mir und Kurt aufgeteilt. Kurt kümmerte sich um die mechanischen Arbeiten. Um die Antennen, die Filter für die Sender und die Verdreifacher. Zudem beschaffte er ebenfalls einen Empfangskonverter für das 23cm Band und baute die verschiedenen Gehäuse. Ich baute die Elektronik des Senders. 

Der Sender bestand aus einem quarzgesteuerten 2m Sender mit Frequenzmodulation. Die Quarzfrequenz von 48 MHz wurde dabei verdreifacht und die Endstufe erzeugte eine Leistung von ca. 3W Hochfrequenz auf 144 MHz. Darauf folgte ein passiver Verdreifacher mit einer Kapazitätsdiode. Die resultierende Frequenz von 432 MHz wurde darauf in einem weiteren passiven Verdreifacher auf 1296 MHz multipliziert. Da die beiden Verdreifacher rein passive Schaltungen ohne Verstärkung waren, blieb auf auf 1296 MHz nur noch ca. 1 Watt übrig. Dank einem selbstgebauten Powermeter waren wir auch tatsächlich in der Lage, diese Sendeleistung zu messen.

Um ein sauberes Signal mit geringst möglichem Anteil an Ober- und Nebenwellen zu erhalten, fertigte Kurt zwei 5 Kreis Interdigitalfilter an. Diese Filter heissen nicht etwa so, weil sie etwas mit Digitaltechnik zu tun haben, sonder weil die Kreise wie Finger in den Hohlraum des Filters hineinragen (Digitus = Finger in Latein). Also eine rein mechanische Arbeit. Aber eine sehr anspruchsvolle und präzise.

Hier das Blockschaltbild unserer 23cm Sender:


    Mit der Multiplikation der Quarzfrequenz von 48 MHz auf schliesslich 1296 MHz wurde auch der Frequenzhub des Oszillators um den Faktor 27 multipliziert. Der resultierende Frequenzhub lag bei 5kHz. Einem damals durchaus gebräuchlichen Wert bei Schmalband FM. Hier die Schaltung der damals verwendeten Verdreifacher:


Doch mit dem Sender war die Station noch nicht fertig. Wir wollten nicht unsere 2m Stationen als Nachsetzer für die 23cm Konverter verwenden. Die brauchten wir als separate Verbindung um unsere 23cm zu koordinieren. Deshalb wurden zwei FM-Nachsetzer für die Konverter gebaut. Im Prinzip also zwei FM-Empfänger für das 28MHz Band. Mit einem S-Meter, damit wir nicht nur einen Rapport ablesen konnten, sondern vor allem unsere Antennen auf ein Maximum ausrichten konnten. Hinzu kam noch der Bau von zwei Vorverstärkern für 23cm, da sich die Konverter als recht unempfindlich erwiesen. Sie bestanden nur aus einem Dioden-Mischer und einem Oszillator.
Die Schaltung für die Vorverstärker stammten aus dem Buch im Titelbild. Die UHF-Unterlage von Karl Weiner wurde in der Folge das entscheidende Buch für mich und inspirierte mich für meine weitere Expedition in den Bereich der Mikrowellen. Doch darüber mehr beim nächsten Mal.

Bleibt nur noch eine Bemerkung zu den Antennen. Kurt fertigte zwei Doppelquad-Antennen mit Reflektoren aus Alu-Lochblech. In Anbetracht der geringen Sendeleistung und dem Mangel an Koaxialrelais, beschlossen wir, auf die Relais zu verzichten und zwei separate Antennen für Sender und Empfänger zu benutzen. Das hatte den Vorteil, dass wir unsere Aussendung hören und kontrollieren konnten. 

Die Verbindung klappte auf Anhieb mit einem ausgezeichneten Signal. Ob wirklich das Guggershörnli unsere Wellen reflektierte oder ob einer der anderen Berge im Hintergrund unser Reflektor war, kann ich nicht sagen. Aber ich liebe den Gedanken, dass wir 1984 über das Guggershörnli in der Nähe von Guggisberg, wo das Vreneli wohnte, Verbindung hatten.


   Und weil es so schön ist, das Lied noch im Chor mit Orchesterbegleitung:



             




  

Mittwoch, 14. Januar 2026

Erinnerungen eines Funkamateurs 9 - Kurzwelle II


 Bild: Zwei 3 Element Beam (Trap-Yagi) Antennen. Eine für 10,15 und 20m. Die andere für die WARC-Bänder.

Mit Antennen habe ich immer gerne experimentiert, doch die beiden Beams im Bild habe ich bei Fritzel gekauft. Hier geht es zu der Geschichte von Fritzel DJ2XH und seiner Firma. Fritzel wurde weltweit durch seine FD4 bekannt. Eine Windom Antenne für 80, 40, 20, 17, 12 und 10m, die mit einem 1:6 Balun arbeitete und so die direkte Einspeisung mit 50 Ohm Koaxialkabel ermöglichte. Nach dem Hinschied von Kurt Fritzle im Jahre 1998 wurde die Produktion seiner Antennen von der Firma Hochfrequenztechnik GmbH & Co übernommen. Fritzel Antennen werden heute von vielen namhaften Amateurfunk-Shops verkauft. Wer einen gebrauchten Fritzel Beam kauft, sollte die Traps genau ansehen. Hier mehr dazu von Fris PA0FRI.

Zwar versuchte ich noch die Fritzel Beams mit einer selbst gebauten Spinnen Quad Antenne zu toppen. Doch der Versuch lief schief und die Spinne schaffte es nicht aufs Hausdach. Sie klappte vorher zusammen. So bleiben denn die beiden Fritzel Beams die besten Kurzwellen-Antennen, mit denen ich je gefunkt habe. Zusammen mit der Deltaloop für das 80m Band. Es gibt aber eine Ausnahme. Ich hatte mal leihweise einen Gittermast, mit dem ich funken durfte. Er ist im  folgenden Bild zu sehen. Das kleine Haus unter dem Gittermast war damals mein Shak:


Dieser Gittermast stand isoliert auf seinen vier Beinen. Er trug keinen Beam und keine Drahtantennen - er war die Antenne selbst. Nach dem Betrieb musste er mit den Messerschaltern an allen vier Beinen geerdet werden. Doch dazu mehr in einem späteren Erinnerungs-Blog.

Dass ein Mast selbst als Antenne wirken kann, ist eine praktische Sache. Ich habe es immer als Verschwendung betrachtet, einen Mast nur als Antennenträger zu benutzen und habe meine Masten auf die eine oder andere Weise zusätzlich als selbstständige Strahler benutzt. Auch wenn der Mastfuss geerdet war. Besonders gut klappt das mit einem Gamma-Match, wie er auch beim Dipol in Yagi Antennen oft eingesetzt wird. Der Gamma-Arm wird parallel zum Mast geführt, der in einer bestimmten Höhe mit dem Mast verbunden wird. Dabei wird die Seele des Koaxialkabels über einen Drehkondensator mit dem Gamma Match verbunden, die Abschirmung mit dem geerdeten Mastfuss. Mit dem Verschieben des Speisepunkts und dem Kondensator wird auf Resonanz und bestes SWR abgestimmt. Dabei muss der Mast nicht unbedingt ein Viertel Wellenlänge lang sein. Auch längere Masten lassen sich abstimmen, wenn der Kondensator genügend gross ist und der Einspeisepunkt am Mast genügend verschoben werden kann. Hier ist das Prinzip zu sehen. Doch zu kurze Masten muss man verlängern, da hilt ein Gammamatch oder sein "Bruder" der Omegamatch nicht allein. Es braucht eine zusätzliche Spule. Hier mehr dazu. Trotzdem bleibt so eine einfache Mastantenne eine Einbandantenne. Möchte man aus seinem Mast - zum Beispiel einem Fahnenmast - eine Mehrbandantenne machen, muss der Mast von der Erde isoliert werden. Wie so etwas gemacht werden kann, zeigt das nächste Bild:

Bild: Selbst gebauter Mastisolator aus Kunststoff

Ist der Mast mal isoliert, stehen alle Möglichkeiten offen. Am besten speist man ihn mit einem automatischen Tuner, der direkt am Mastfuss sitzt. Eine Erdverbindung braucht er natürlich auch. Erdpfähle, Radiale ober- oder unterirdisch, je mehr desto besser. Bei der Mastlänge muss man aber aufpassen. Unter einer Viertelwellenlänge sinkt der Wirkungsgrad und oberhalb 5/8 Wellenlänge fächert seine Strahlung in der Elevation auf und er verliert seine Eigenschaft als Flachstrahler (DX-Antenne) Bei 1/2 Wellenlänge hat der Tuner u.U. ein Problem mit der Anpassung. Zudem ist der Mast als Antenne - wie alle Vertikalantennen- ein schlechter NVIS-Strahler und für den Regionalverkehr ausserhalb der Bodenwelle ungeeignet. 

Inzwischen habe ich die Chronologie der Ereignisse ziemlich durcheinandergebracht und bin weit vorausgeeilt. Denn das Haus mit den Fritzel Beams ist nicht mehr der einsame Bauernhof, und der "Maststiefel" oben im Bild gehört auch schon wieder zu einem neuen QTH - zu meinem letzten vor dem Umzug ins Alpental. Kehren wir also nochmals zurück zu dem Yaesu FT-102, dem 80m Delta-Loop und dem langen Draht für 160m:

Wer auf den langen Amateurfunkbändern nach DX Ausschau hält, stellt schnell mal fest: Auf die Dauer hilft nur Power. So kam es, dass zum zweiten Mal in meinem Funkerleben wieder ein Projekt auf dem Basteltisch landete, das Röhren benötigte. Wo ich die beiden Trioden TB3/750 aufgetrieben habe, weiss ich nicht mehr. Die entsprechenden Röhrensockel musste ich selbst bauen, die gab es nicht dazu. Den Hochspannungstrafo hatte ich vom "halbfertigen Sender ohne SSB", ebenfalls die Drehkondensatoren für das PI-Filter. Beide Trioden wurden parallel betrieben mit 2000V. Der benötigte Heizstrom betrug 14,1 A bei 10 V, wenn man sie in Serie heizte. Also ganze 140 Watt bloss zur Heizung der Röhren! Die Endstufe lieferte ein gutes Kilowatt, ohne sich viel anzustrengen. Eine Röhre allein hätte es auch geschafft. "Aber wieso nur eine nehmen, wenn ich zwei habe", dachte ich wohl damals. Diese Endstufe war wegen der Hochspannung für mich ein Kamikaze-Projekt und ich bin froh, dass ich mich damit nicht umgebracht habe (Hochspannung).

Sie war nicht das letzte Röhrenprojekt. Zwei weitere Endstufen folgten noch, doch für UHF. Darüber später mehr.

Aus dieser Zeit gibt es noch über den Nachfolger des Yaesu FT-102 zu berichten. Ein sehr guter Transceiver, den ich noch heute gerne auf dem Stationstisch stehen hätte. Das damalige Flaggschiff von ICOM, der IC-765. Ein Gerät, das zwar bereits einen Mikroprozessor besass und dessen Betriebssystem in einem EPROM gespeichert war, aber über kein Menü verfügte, wie die heutigen Transceiver. Für alles Wichtige gab es Regler und Schalter auf der Frontplatte. Der IC-765 besass ein eingebautes Netzteil und einen automatischen Antennentuner. Er konnte mit zusätzlichen Filtern für alle Betriebsarten in zwei ZF-Stufen bestückt werden. Wer alle sieben Filter bestückte, plus den optionalen VCXO für eine bessere Frequenzstabilität, bezahlte gegen tausend Franken zusätzlich.

Der IC-765 hatte einen sehr guten Empfänger und einen robusten Sender, aber war nicht ohne Mängel: Das eingebaute Schaltnetzteil gab nach drei Jahren seinen Geist auf und ich musste ihn ersetzten. Auch der VCO bekam Probleme. Das Paraffin, mit dem die Spulen vergossen waren, floss mit der Zeit in die Trimmkondensatoren. Diese mussten ausgetauscht werden. Ein häufiger Defekt bei IC-765.

Der IC-765 ist in Gerät, das noch heute mit den DSP-Transceivern mithalten kann. Wie bei allen Vintage-Transceivern sollte man sich vor einem Kauf bewusst sein, dass die zusätzlichen Filter heute schwer zu finden, bzw. sehr teuer sind. 

Zwar würde ich auch heute noch gerne mit dem IC-765 funken, doch kaufen würde ich ihn nicht mehr, auch wenn er mit allen Filtern bestückt wäre. Der Grund ist folgender: Ich habe in der Vergangenheit mehr als 20 Vintage-Transceiver gekauft. Kein einziger war fehlerfrei. Ob im Internet oder vom Flohmarkt, sie hatten allesamt einen Defekt, den ich reparieren musste. Manches war offensichtlich, sobald das Gerät mal auf meinem Stationstisch stand, anderes kam erst nach einigen Stunden Betrieb zum Vorschein. Kontaktprobleme (Korrosion), ausgetrocknete Elkos, defekte Dioden, falsch eingestellte Ruheströme, die Liste ist endlos. Wer kein Bastler ist und nicht über einen guten Messgerätepark verfügt: Hände weg von Vintage Geräten! Abgesehen davon, dass die Geräte oft viel zu teuer sind. 

Beim nächsten Beitrag machen wir wieder einen Sprung in der Zeit zurück. Erinnerungen eines Funkamateurs 10 - UHF  

 

Mittwoch, 7. Januar 2026

Erinnerungen eines Funkamateurs 8 - Kurzwellen I

 


Bild: La Berra im Winterkleid

Wie jeder Funkamateur mit neu erworbener Kurzwellenlizenz begab ich mich auf die Jagd nach DX. Das mag heutzutage anders sein, doch damals konnte sich kaum einer der Jagd nach Stationen in fremden und weit entfernten Ländern enthalten. Klassisches Jagdgebiet war das 20m Band. Ein Band, ganze 350 kHz breit, das sowohl bei Tag wie auch bei Nacht interkontinentale Verbindungen ermöglichte. Im Sonnenfleckenmaximum manchmal rund um die Uhr, im Minimum manchmal nur tagsüber und am Abend. Im Sommer 1971, als ich meine Kurzwellenlizenz erhielt, waren die Ausbreitungsbedingungen noch gut. Allerdings befanden wir uns schon in einem abnehmenden Sonnenzyklus, der dann 1975 sein Minimum erreichte. Das 10m Band öffnete sich im Verlaufe dieser Jahre immer weniger häufig und im Sonnenfleckenminimum hörte man nichts mehr als Rauschen. Abgesehen von ein paar sporadischen E-Schicht Öffnungen im Frühsommer, die ab und zu Verbindungen über europäische Distanzen ermöglichten. 15m war etwas besser dran, doch DX gabs dort gegen das Minimum zu nur noch tagsüber und spärlich. Dafür wurde 40m nachtsüber für den DX-Verkehr wichtiger. Allerdings war damals in der IARU-Region 1 (Europa, Afrika und mittlerer Osten) das Band nur 100 kHz breit. Zudem teilweise von Rundfunkstationen besetzt, die sich um internationale Abmachungen futierten. Auch im Äther herrschte kalter Krieg. Denn der Rundfunk war damals das einzige Medium, das weltweite Propaganda ermöglichte. Das Internet existierte noch nicht.

Mit meinem Fächerdipol und dem Trio/Kenwood 510 war ich zufrieden und machte viele interessante Verbindungen mit allen Kontinenten ausser der Antarktis und verschiedenen Inseln. Sowohl in SSB wie auch in Telegrafie. Manche Funkamateure bleiben ihr Leben lang eingefleischte DXer oder Contester, oder beides zugleich; auch wenn der Länderstand kaum mehr höher werden kann. Mir jedoch wurde es langsam langweilig im 20m Band. Ich brauchte etwas Neues.
Zwar soll dieses Erinnerungsblog kein Lebenslauf sein. Aber ihr könnt euch sicher vorstellen, dass sich mein Leben nicht nur im Rahmen des Amateurfunks abspielte. Studium, berufliche Karriere, Familie gründen, Haus bauen und auch das Militär nahmen den grössten Teil meiner Zeit in Anspruch. Kurz: Veränderungen und Herausforderungen am Laufmeter.

Abwechslung in das Funkhobby brachte zuerst einmal der Kauf eines neuen Transceivers . Nach dem TS-510 brachte der Kenwood TS-520S nicht nur ein neues Band (160m), sondern auch die Möglichkeit, den Transceiver im Auto zu betreiben. Der TS-520 konnte nicht nur über das eingebaute Netzteil vom 220V Stromnetz betrieben werden, er besass auch einen eingebauten Wandler, der 12 Volt in Hochspannung konvertierte um die Endstufenröhren und die Treiberröhre (12BY7A) zu betreiben. In der Tiefe einer alten Schuhschachtel habe ich ein altes und vergilbtes Foto des Autos ausgegraben, in dem der grosse und 16 Kilo schwere Transceiver zeitweise installiert wurde:
 
Bild: Triumph GT-6
       
Wobei installiert bedeutet, dass die Kiste einfach auf dem Beifahrersitz deponiert wurde. Als Antenne diente eine Fiberglasrute, wie sie damals gerne als Radioantenne eingesetzt wurde. Je länger die Antenne, desto schicker der Wagen, galt damals. Der Fuchsschwanz war aber den Mantas vorbehalten.
Um mit einer solchen  Fiberglasrute funken zu können, musste sie entsprechend angepasst werden. Sägte man sie vorsichtig im unteren Drittel auf, kam man an den eingelegte Draht ran und konnte dort eine Verlängerungsspule einbauen. Meine war für das 10m Band. 
Damals gab es meines Wissens keine Vorschrift, die das Funken oder auch das Morsen während des Fahrens verbot. Vom fahrenden Auto aus mit anderen Ländern zu sprechen und zu telegrafieren war ein neues und irgendwie berauschendes  Erlebnis. Wobei schon Autofahren allein damals noch wirklich Spass machte.

Ein ganz neues Spielfeld eröffnete das 160m Band. Dieses Band, unweit der oberen Grenze des Mittelwellenrundfunks, ist ein ausgesprochenes Nachtband. Tagsüber kann man dort keinen Besenstiel gewinnen. Schon gar nicht als Alpenbewohner. Aber auch nachts war damals nicht besonders viel los. Europäische Stationen waren rar und nur mit viel Ausdauer und Geduld konnte es einem gelingen, in Telegrafie den Atlantik zu überbrücken. Dazu war mein Fächerdipol nicht mehr geeignet. Eine Erweiterung auf das 160m Band hätte die Grundstücksgrenzen gesprengt. Jetzt kam wieder ein Draht unbestimmter Länge zum Zug. Eine Inverted L Antenne, angepasst mit einer "Matchbox", heutzutage Antennentuner genannt. Und damit hatte ich wiederum ein schönes Eigenbauprojekt für meinen Lötkolben auf dem Tisch. Der halbfertige Sender, der kein SSB konnte, durfte dazu Drehkondensatoren, Spulen und Drehschalter spenden.
Matchboxen (Antennentuner) habe ich in meinem Leben unzählige gebaut. In allen Grössen und Formen. Zu meinem  grossen Amüsement hat mir kürzlich am Funk ein Kollege erklärt, wie ich eine solche Matchbox bauen müsse. Wie heisst es schön in einem anderen Zusammenhang: "der Gentleman schweigt und geniesst."

Doch nochmals zurück zum TS-520S. Der Hauptkonkurrent dieses Transceivers war damals der Yaesu FT-101. Auch der Yaesu konnte mit 220V oder 12v betrieben werden und war ein schweres Teil. Was den Empfänger anbelangt, waren die beiden etwa vergleichbar. Der Yaesu war sehr beliebt und wurde in der Folge in verschiedenen Variationen produziert. Nebst einigen Unterschieden in der Bedienung (z.B. separater Preselector anstatt mit Drive kombiniert) konnte er im Gegensatz zum Kenwood in AM senden. Daher erlangte er in seiner Karriere auch bei den "ganz bösen Buben" einen hohen Beliebtheitsgrad. Er konnte nämlich sehr einfach auf das 11m Band umbestückt werden. Einige Typen der 101er Reihe hatten eine AUX-Position auf dem Wellenschalter. Hier konnte mit einem zusätzlichen Quarz ganz ein zusätzlicher 500 kHz breiter Bereich geöffnet werden. Zum Beispiel das 11m Band.

Wie aus den Rigpix Bildern ersichtlich ist, verfügten beide Transceiver über keine Digitalanzeige. Diese war der nächsten Generation von Transceivern vorbehalten.
Und das war bei mir der Yaesu FT-102. Damit brach ein neuer Abschnitt in meiner Amateurfunkzeit an. Denn mit dem FT-102 bezog ich auch ein neues QTH: einen abgelegenen Bauernhof. Das war natürlich punkto Antennenbau höchst interessant. Die SO-Hanglage bevorzugte den Pazifikraum von Japan bis Neuseeland und Platzbeschränkungen gab es keine, solange die Drähte den Kühen und dem Traktor nicht in die Quere kamen.
Der FT-102 war in meinen Augen ein schönes Gerät. Trotz der Digitalanzeige gab es kein Menü. Menüs kamen erst mit den Mikroprozessoren auf. Für alle wichtigen Funktionen hatte es einen Knopf auf der Frontplatte. Das Gerät war ein Hybrid. Das heisst, neben Transistoren arbeiteten noch Röhren in der Treiber und der Endstufe. In letzterer gleich drei parallel, was in 150 Watt HF-Leistung resultierte. Er besass auch schon die so genannten WARC-Bänder, die uns 1979 zugesprochen wurden. Damals ein robust aufgebautes Gerät mit einem guten Empfänger und einem Sender mit einem kleinen Leistungsplus. Trotzdem:
Der FT-102 ist schlecht gealtert und heute als Occasionsgerät nur für versierte Bastler zu empfehlen. 

DX auf den klassischen Bändern wie 20m reizten mich also nicht mehr. DX auf 80m und 160m jedoch sehr. Damit stand fest, dass ich Antennen speziell für diese beiden Bänder bauen musste. Für das 80m Band entschied ich mich für eine Deltaloop. Zusammen mit der Hangneigung würde sie eine flache Abstrahlung in den Pazifikraum ermöglichen. Ein Loop mit einem Umfang von ca. 80 Metern ist ein gewaltiges Teil. Schon für das 40m Band ist so eine Deltaloop recht gross, wie das folgende Bild zeigt:

Das Foto zeigt eine Deltaloop für das 40m Band, die ich auf den Lofoten betrieben habe. Eine 80m Loop ist doppelt so gross. ich habe sie ebenfalls mit der Spitze nach oben aufgebaut, da nur ein einziger grosser Mast zur Verfügung stand. Gespeist wurde sie nicht wie die 40m Loop im Bild in einer Ecke unten, sondern  unten in der Mitte. Die Anpassung erfolgte über eine Matchbox, also einen manuell bedienten Antennentuner in Pi-Konfiguration und verwendet wurde ein 75 Ohm Koaxialkabel. Der Abstand der Basis war mit ca. 2m Abstand zum Boden natürlich zu gering. Trotzdem waren die erzielten Resultate überraschend. In den Abendstunden konnten regelmässig Australien und Neuseeland erreicht werden, wenn die Funkstrecke im Dunkeln lag. Hier zwei QSL-Karten aus dieser Zeit, die meine vielen QTH-Wechsel überstanden haben:


Für das 160m Band kam keine Delta Loop infrage. Hier musste ich mich mit einer Inverted L begnügen. Sie führte schräg hinauf zur Spitze des Mastes und von dort ca. 50m weiter zu einem Kirschbaum. Zwar hätte ich sie noch viel weiter führen können - Bäume hatte es genug. Doch für DX spielt die flache Strahlung aus dem Vertikalteil die wichtigste Rolle. Eine Verlängerung des Drahtes in vergleichsweise geringer Höhe, hätte kaum etwas gebracht. 
Im 160m Band war es nicht mehr so einfach wie auf 80m. Zudem wurde damals auf 160m bei DX mit sehr grossem Split gearbeitet, was ich in Ermangelung eines zweiten VFO's nicht konnte. Das heisst: Amerikaner und Europäer arbeiteten in unterschiedlichen Bandabschnitten. Trotzdem gelangten ein paar interessante QSO's in Telegrafie. Sogar mit den USA, obwohl Nordamerika wegen des SO-Hangs nicht in meiner Vorzugsrichtung lag.
Das 160m Band hat während meiner "Amateurfunkkarriere" viele administrative und operative Änderungen durchlaufen. Manche Jahre durften wir in der Schweiz nur mit 10 Watt senden, in anderen zwar mit mehr Leistung aber nur im Bereich von 1810 bis 1850 kHz. Zudem waren die Zuteilungen von Land zu Land unterschiedlich. Mit dem Rückgang des Seefunks in diesem Bereich, wurden die Bedingungen für den Amateurfunk gelockert. Heutzutage dürfen wir hierzulande das ganze Band von 1810 bis 2000 kHz mit einem Kilowatt Sendeleistung nutzen.  
 
Hier als Bespiel die QSL-Karte einer damals eher seltenen Station auf dem Top-Band


 
Das reicht für heute. Beim nächsten Mal bleibe ich auch noch bei der Kurzwelle. Zum einen muss ich noch von weiteren Antennen berichten und zum anderen von den Endstufen, die ich verwendet habe. Auch auf Seite der Transceiver hat sich im Verlaufe der Jahre noch einiges getan. Wobei nicht jede Kiste erwähnenswert ist. Den TS-430, der vor dem FT-102 über meinen Stationstisch gewandert ist, habe ich deshalb unterschlagen.




     

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Erinnerungen eines Funkamateurs 7 - Wie ich zur Kurzwelle kam

Ich weiss nicht, wie das bei anderen Menschen ist, aber meine Erinnerungen an die Vergangenheit sind nicht präzise chronologisch geordnet. Manchmal geraten Ereignisse in der Zeit durcheinander. Manche Erinnerungen verschieben sich im Laufe des Lebens und geraten in Konflikt mit anderen. Man könnte auch von einer gewissen Unschärfe der Erinnerungen sprechen. Obwohl einige Ereignisse wie Leuchtfeuer aus dem Meer der Erinnerungen herausragen, die mit ihrem Lichtstrahl einzelne Inseln der Vergangenheit klar zu beleuchten scheinen, als wäre es erst gestern gewesen, ist ihnen nicht immer zu trauen.

Immerhin steht in meinem Radiotelegrafisten-Ausweis ein klares Datum: der erste Juli 1971. Ab diesem Datum stand mir die Kurzwelle offen.

Doch wie kam es, dass ich die Morseprüfung endlich bestand? Habe ich einfach weiter im stillen Kämmerlein morsen geübt und Zeichen vom Tonband gehört und aufgeschrieben? So ein Tonband-Gerät war damals eine tolle Sache und stand nicht nur in Radiostudios, sondern auch bei technisch interessierten Menschen. Meines war damals von Philips und hatte ein magisches Auge. Schon seit Jahrzehnten besitze ich kein Tonband mehr und ehrlich gesagt, ich vermisse es gar nicht. Was braucht man denn heute so, wenn man Töne aufzeichnen möchte?

Aber jetzt bin ich vom Thema abgeschweift. 

Irgendwann in meiner UKW-Zeit tauchte bei mir eine neue Idee auf, ein neuer Berufswunsch. Ich wollte nicht mehr Pfarrer werden, wie damals, als ich noch ein kleiner Junge war. Ich wollte mein Hobby - den Funk - zu meinem Beruf machen. Ich wollte Schiffsfunker werden. Damals war ich an Wochenenden oft auf dem Brienzersee in einer kleinen Segeljolle unterwegs - einem 420er - die meinen Eltern gehörte. Funkend auf dem Wasser unterwegs zu sein, schien mir ein Idealzustand. 

So schrieb ich mich an der Abendschule für Schiffsfunker ein, die es damals in Bern gab. Das kommt euch vielleicht komisch vor. Doch die Schweiz, mitten in Europa, ohne Zugang zum Meer, hat mehr mit Schifffahrt zu tun als man vermuten könnte. Auch heute noch, obschon es keine Schiffsfunkerschule mehr gibt. Auch keine "Küstenfunkstation" mehr, wie damals in der Nähe von Bern.

Der Zufall wollte es, dass ich bei einem Verkauf von Altmaterial einen kommerziellen Schiffsfunkempfänger kaufen konnte. Einen CR300 von Marconi. Ein sehr interessantes Gedrät, das neben Langwellen runter bis 15kHz und KW hinauf bis 25MHz, auch den Bereich 210 bis 550 kHz empfangen konnte. In diesem Bereich war unter anderen der Schiffsfunk angesiedelt, der damals natürlich in Telegraphie abgewickelt wurde. Anruf- und Notruffrequenz war 500 kHz. Dort in diesem Mittelwellenband wickelte sich früher der Hauptteil des Schiffsfunk-Verkehrs ab. Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, dem empfehle ich dieses Buch.

Mit dem Marconi CR300 hörte ich des Nachts dem Schiffsfunk zu, wenn die Ionosphäre Mittelwellen-Signale der Küstenfunkstationen vom Mittelmeer und von der Nordsee bis in die Schweiz trug. Als Antenne benutzte ich den bereits erwähnten Draht unbestimmter Länge zwischen Espe und Apfelbaum des Elternhauses. Für mich war es die ideale Ergänzung zur Abendschule für Schiffsfunker, gewissermassen Training on the Job. Nach den Morseübungen und Unterweisungen in den Tätigkeiten eines Schiffsfunkers in der Schule, lauschte ich der Praxis im CR300 und stellte mir dabei vor, ich wäre Funkoffizier an Bord eines Handelsschiffes. Ein Traum, der leider nie in Erfüllung ging.

Schade, dass ich diesen Empfänger nicht mehr besitze. Er war trotz seines respektablen Alters ein sehr gutes Gerät. Ein richtiger Boat Anchor wie die Amerikaner sagen - ein Bootsanker. 25 Kilo schwer, in den Jahren 1943 bis 1946 in England hergestellt. Hier ist das Schaltbild des Marconi CR300 zu sehen. Und hier die Beschreibung dazu.

Ich habe später noch eine ganze Reihe von verschiedenen professionellen Empfängern auf meinem Stationstisch gehabt. Aber darüber mehr in einem späteren Kapitel meiner Erinnerungen.

Die Schiffsfunkerschule hatte meine Morsefähigkeiten soweit gefördert, dass ich die Morseprüfung für die Amateurfunklizenz problemlos bestehen konnte. Aber die Schiffsfunkerprüfung habe ich dann nicht gemacht. Denn inzwischen hatten sich meine Berufswünsche wieder in eine andere Richtung entwickelt. Ingenieur zu werden dünkte mich nun ein lohnenderes Ziel, als Seemann zu werden. Ich könnte ja später gleichwohl auf den Meeren segeln, wenn aus meinem 420er mal ein grosser Kahn geworden wäre. Tatsächlich ist das dann auch so gekommen. Allerdings kam es nie zu einer Weltumsegelung wie ich sie im Sinne hatte. Das Schicksal hatte für mich andere Dinge vorgesehen. Träume kommen und gehen. Einige platzen wie Seifenblasen, andere werden Wirklichkeit.

Doch zurück zum eigentlichen Thema: meiner ersten Kurzwellenstation. 

Einen Empfänger hatte ich ja schon, den HA-350 von Lafayette. Fehlte nur noch der passende Sender. Hier kam mir der Zufall zu Hilfe. Mein Vater schloss Bekanntschaft mit einem Funkamateur, der einen Sender zu verkaufen hatte. Der Preis war günstig, doch der hatte einen Haken: das Teil war noch im Bau und musste vom Käufer vollendet werden. Trotzdem stürzte ich mich in das Abenteuer. So standen bald einmal zwei grosse, schwere Ungetüme auf meinem Tisch: ein Netzgerät und ein Sender. Beide so gross wie der Marconi. Diesen hatte ich übrigens wieder verkauft, um das Geld für den Sender zu haben. Der halbfertige Sender hatte aber noch einen zweiten Haken, der mir in meiner Begeisterung nicht aufgefallen war. Er konnte nur CW und AM, für Einseitenbandmodulation war er nicht gerüstet. Dies zu ändern, überstieg damals meine Fähigkeiten. So verschwand der unfertige Sender im Keller. Sein weiteres Schicksal war eher traurig: er wurde mit der Zeit kannibalisiert und zum Spender einiger Bastelprojekte.

Damit ich doch noch auf Kurzwelle in den Äther gehen konnte, musste der Lafayette dran. Er wurde zwecks Geldbeschaffung verkauft und schliesslich kaufte ich einen japanischen Transceiver. Es war ein Kenwood/Trio TS-590. Zu einem grossen Teil mit Röhren bestückt und wie wir im folgenden Video sehen können, ein Gerät, das auch heute noch im Funkverkehr mit modernen Transceivern mithalten kann: 


         

Auf RigPix sind auch das Operating Manual und das Service Manual zu finden. Besonders in letzterem kann man den kompakten Aufbau dieses Röhrentransceivers bewundern. Ein Nachteil, der sich heute beim Kauf eines alten TS-510 meist offenbaren wird, sind die Gummiriemen, die zum Antrieb der Kondensatoren im Sender verwendet werden. Sie werden im Laufe der Jahre brüchig und müssen ersetzt werden. Schon damals bekamen sie nach ein paar Jahren Betrieb Risse. In späteren Kenwood-Modellen wurden die Drehko-Antriebe durch Ketten ersetzt.

Als Antenne diente nun nicht mehr der "Draht zufälliger Länge", sondern ein selbst gebauter Multiband-Dipol. Heutzutage muss man einen solchen Fächerdipol nicht mehr selbst bauen, man kann ihn kaufen. Er besteht aus Einzeldipolen für jedes Band, die zentral zusammen gespeist werden. Vom Speisepunkt aus gehen die einzelnen Dipole dann fächerförmig auseinander. Damals hatten wir nur die fünf KW-Bänder 10, 15, 20, 40 und 80m. Das 160m Band (Mittelwelle!) war weniger populär und in vielen Tranceivern nicht enthalten. Die WARC-Bänder 12, 17 und 30m wurden erst 1979 dem Amateurfunk zugeteilt. 

So ein Fächerdipol ist nicht einfach abzugleichen. Auch wenn die Längen der einzelnen Dipole genau abgemessen werden, müssen sie nachgetrimmt werden. Dabei ist es so, dass sich die einzelnen Dipole gegenseitig beeinflussen. Verkürzt man einen, dann ändert sich bei anderen die Resonanzfrequenz. Eine Sisyphusarbeit. Doch Röhrenendstufen sind bezüglich SWR nicht so empfindlich und auch bei einem SWR von 1:3 muss man sich keine grossen Sorgen machen. Schliesslich hat man da ein Pi-Filter zur Abstimmung. Dieses Pi-Filter, das von Hand abgestimmt werden musste (Load- und Plate-Regler) hat in modernen Transceivern in Form eines automatischen Antennentuners Ersatz gefunden.

Nehmen wir mal an, du hast einen alten TS-510 oder ein anderes Gerät mit Röhrenendstufe gekauft und die Gummiriemen wenn nötig ersetzt. So stimmst du den Sender ab:

-Stimme zuerst den Empfänger mit der Antenne ab. Drehe dabei den Drive-Regler auf grösste Signalstärke. Denn der Drive wirkt sowohl auf die Senderabstimmung als auch auf den Preselector des Empfängers. Dann gehe auf einen Dummy Load für die Senderabstimmung.

-Stelle den Schalter für das Messinstrument auf Ip (Anodenstrom) und den Regler Plate auf Maximum. Den Regler Load sodann auf das gewünschte Band (wie den Bandschalter).

-Gehe auf CW und drücke die Taste (max. 10sec). Drehe "Plate" rasch auf ein Minimum (Dip). Ip sollte dabei 200mA nicht überschreiten.

-Schalte das Messinstrument nun auf RF (Ausgangsleistung)

- Drücke wieder die Taste (max 10sec). Drehe den Load-Regler auf maximale Ausgangsleistung. 

-Optimiere die Ausgangsleistung, indem du "Load" und "Plate" wechselseitig nachjustierst. Taste dabei nicht länger als 10 Sekunden und lass zwischendurch die Endröhren wieder abkühlen. 

- Für SSB muss der Mik Gain (auf der Rückseite des Transceivers) so eingestellt werden, dass 120mA in den Sprachspitzen nicht überschritten werden. 

Neu abstimmen bei Bandwechsel ist selbstverständlich, nachjustieren bei grösseren Frequenzwechseln innerhalb des Bandes ist oft nötig.

Auch bei späteren Röhrentransceivern hat Kenwood dieses Prinzip beibehalten und der Drive stimmt sowohl Sender wie Empfänger ab (z.B. TS520). Yaesu hingegen hat seinem Transceiver einen eigenen Regler für den Preselector des Empfängers spendiert(z.B. FT101).  

Jeder DXer zeigt natürlich gerne seine Sammlung an QSL-Karten. Von Inseln von denen die meisten Menschen noch nie gehört haben und DX-Expeditionen an entlegenen Orten. Aber ich war nie ein richtiger DXer. Wie viele Länder ich "gearbeitet" habe, weiss ich nicht und QSL-Karten habe ich nur die ersten paar Jahre gesammelt und dann die meisten entsorgt. Trotzdem möchte ich euch hier eine QSL-Karte aus den 70er Jahren zeigen, die eine Verbindung repräsentiert, die mir gut in Erinnerung geblieben ist. Mit einer Mobilstation in der Nähe von San Francisco:



Den Prefix HB7 durften wir 1979 zum 50 jährigen Jubiläum der USKA benutzen.

Beim nächsten Mal geht es weiter mit der kurzen Welle in "Erinnerungen eines Funkamateurs". U.a. mit neuen alten Geräten, mit Mobilfunk, DX im 80 und 160m Band und natürlich selbst gebauten Endstufen.

Ein gutes neues Jahr es vy 73 de HB9ASB

    

Montag, 22. Dezember 2025

Erinnerungen eines Funkamateurs 6 - 2m SSB

 

Blick aus dem Fenster meiner Funkbude, während ich diese Zeilen schreibe.

Mit den 60er Jahren ging auch das AM-Zeitalter auf dem 2m Band zu Ende. Wie bereits auf Kurzwelle wurde nun der Sprechverkehr in Einseitenband-Modulation SSB abgewickelt. Und zwar im oberen Seitenband USB. Dadurch wurden alle AM Geräte, ob selbst gebaut oder gekauft, obsolet und de facto unverkäuflich. 

SSB-Sender waren für den Amateur nicht mehr so einfach zu bauen wie AM-Sender. Doch dafür gab es ein steigendes Angebaut an käuflichen Transceivern auf dem Markt. Deutschland war damals an der Spitze. Wiederum natürlich die Marke Semco. Aber auch andere wie Braun oder Götting. Der 2G70 von Götting war für mich damals ein Traumgerät. Leider ausserhalb der Reichweite meines Portemonnaies. Im 2G70 verrichteten Röhren den Hauptteil der Arbeit. Transistoren fanden im NF-Teil und im Oszillator Verwendung. Wie man auf den Fotos sehen kann, war der Transceiver ausserordentlich kompakt aufgebaut. Ein Meisterwerk der Röhrentechnik! Auch seine Nachfolger, die verschiedenen Versionen des HG70 waren Schmuckstücke und entsprechend beliebt, wenn man sie sich leisten konnte. Auch von den Geräten der Firma Braun konnte ich nur träumen. Der SE-300 hatte es mir besonders angetan. Als portabler Transceiver. Oder der SE-400 als Basisstation.

Die Firmen Götting existiert auch heute noch. Doch Amateurfunkgeräte werden dort schon lange nicht mehr produziert. Man hat andere Geschäftsfelder erschlossen. Die Amateurfunk-Firma Braun hingegen wurde aufgelöst.

Ich habe hier nicht alle Firmen aus Deutschland erwähnt, die sich an der Erschliessung der Einseitenbandmodulation im 2m Band beteiligten. Aus dem einfachen Grund, dass sie weder in meinen Träumen noch in meiner Realität eine Rolle spielten. Doch über einen 2m SSB-Transceiver aus Deutschland muss ich unbedingt noch berichten. Denn es war für mich nicht nur ein Traumgerät, ich bekam auch die Gelegenheit, damit zu funken. Ich erhielt ihn leihweise für eine Expedition auf das Schilthorn im Berner Oberland. Von dem Funkamateur, von dem ich berichtet habe und dessen Station ich besuchen durfte. Dieser portable 2m Transceiver war m.E. seiner Zeit voraus. Er hiess Uniport 2. Hier ist seine Geschichte.        

Auch aus anderen europäischen Ländern kamen damals interessante 2m Transceiver. Zum Beispiel aus Italien der Shak Two von ERE. Wir sehen ihn hier auf dieser QSL-Karte:


Doch die europäischen Hersteller konnten nicht lange ihre Stellung halten. Denn jetzt kamen die Japaner. Unter anderen die heutigen Schwergewichte auf dem Amateurfunkmarkt Yesu, Icom und Kenwood (damals auch unter dem Namen Trio). Aber auch einige Marken, die heute kaum jemand mehr kennt, waren dabei. Fukuyama Electronics Co. Ltd. (FDK) zum Beispiel. Von dieser Firma hatte ich einen Multi 2000. Gemäss RigPix erschien dieser Transceiver erst 1975 auf dem Markt. 

Doch in meiner Erinnerung erscheint der Multi 2000 als mein erstes SSB Gerät für das 2m Band. Wie kann das sein? Sollte ich ihn wirklich erst 1975 gekauft haben, oder irrt sich RigPix und er kam früher auf den Markt? Habe ich in den Jahren 1969 bis 1975 wirklich noch in AM gefunkt, mit dem Semcoset und dem HW-17? Ich weiss es nicht mehr. Klafft da etwa ein schwarzes Loch in meiner Erinnerung? 

Wohl nur bezüglich des 2m Bandes. Den am ersten Juli 1971 habe ich die Morseprüfung nachgeholt und den Radiotelegrafisten Ausweis erhalten. Die Kurzwelle hat dann meine UKW-Aktivität für ein paar Jahre in den Hintergrund gerückt. 

Doch bleiben wir vorerst beim Thema, dem 2m Band. Wie ich schliesslich die Morseprüfung bestanden habe und wie meine ersten Kurzwellenaktivitäten aussahen, werde ich im nächsten Blogartikel erzählen. Obwohl die Kurzwelle für einige Jahre meine UKW-Aktivitäten verdrängte, haben mich die Ultrakurzen Wellen nie losgelassen. Denn nirgendwo gab es soviel Neuland zu erforschen wie im UKW-Bereich. Später dann auch im Bereich der Dezimeterwellen und der Zentimeterwellen. Da warten noch viele Erinnerungen darauf, erzählt zu werden. Bitte habt etwas Geduld.

Der Multi 2000 war also mein erstes SSB-Gerät für das 2m Band. Einerseits war es damals wohl das günstigste, andererseits war es ein Unikum. Wie bereits auf dem Bild zu sehen ist, besass es anstelle eines kontinuierlich abstimmbaren VFO's Stufenschalter für die Frequenzeinstellung. Drei Schalter für 10 kHz, 100 kHz und 1 MHz Schritte. Für die Feineinstellung diente ein VXO-Knopf, mit der die Frequenz zusätzlich +/- 7 kHz verändert werden konnte. Interessant war, dass der Transceiver sowohl mit 12 Volt DC wie auch mit 220 V AC betrieben werden konnte. Er diente mir deshalb sowohl als Heimstation wie auch für den Portabelbetrieb. Zumindest vom Auto aus, denn das Gerät wog immerhin 7 kg.

Ich habe den Multi-2000 als robustes Gerät mit einem sehr empfindlichen Empfänger in Erinnerung. Zwar habe ich ihn später gegen einen TS-700 von Kenwood getauscht, doch diesen Tausch bald bereut und mir nochmals einen Multi-2000 zugelegt.

Als Antennen dienten mir meist selbst gebaute Yagiantennen aus dem "Rothammel" und später auch HB9CV-Antennen, als dann der IC-202 von ICOM populär wurde. Dieser kleine und leichte SSB-Transceiver war in den 70er und den folgenden Jahrzehnten fast bei jedem OM zu finden, der gerne portabel QRV war. Seine Popularität schwand erst, als die SSB-Zeit im 2m Band durch die FM-Zeit abgelöst wurde; als FM-Relaisstationen das Band dominierten und jeder OM mindestens ein Handsprechfunkgerät sein Eigen nannte. Der IC-202 war einzigartig. Genauso wie der FT-817 von Yaesu, der drei Jahrzehnte später den Markt eroberte und den Platz des IC-202 im 2m Portabelbetrieb übernahm.  

Doch jedes Funkgerät braucht eine Antenne. Was heute der "Blindenstock" im 2m Band ist, war damals die Yagi. Und zwar ausschliesslich horizontal polarisiert. Eine davon ist mir noch besonders in Erinnerung geblieben. Vielleicht weil es die einzige Yagi war, die ich nicht selbst gebaut, sondern gekauft hatte. Eine Zweiebenen Yagi mit 8 über 8 Elementen, die über ein gemeinsames Oblong mit einer Wellenlänge Umfang gespeist wurde. Dieser Yagi-Typ wird u.a. auch im Rothammel beschrieben. Es handelte sich also nicht um  zwei separate 8 Element Antennen, die über einen Leistungsteiler gespeist wurden. Er sah so aus, wie diese 11 über 11 hier. Sie war eine der besten Antennen, mit der ich im 2m Band je gearbeitet habe. Es war eine sehr rauscharme Antenne mit guter Bündelung in der vertikalen Ebene. Was aus ihr geworden ist, kann ich nicht mehr sagen. Ein Bild von ihr habe ich nirgends gefunden. Sie entspricht etwa dem DL7KM Beam, der mit einem Doppelquad-Element gespeist wird. 

Die Antennentechnik hat in der Zwischenzeit grosse Fortschritte gemacht. Yagi Antennen werden nun mit Simulationsprogrammen auf dem Computer entwickelt und optimiert und nicht mehr mittels Heuristik bzw. "Try end Error". DXer und Contester im VHF/UHF Bereich setzen heute auf mehrere gestockte kürzere Yagis, um mittels Bündelung in der Vertikalen einen hohen Gewinn zu erzielen und gleichzeitig mit einer schwächeren horizontalen Bündelung einen grösseren Azimutbereich abdecken zu können.

Auch wir UKW-Amateure lauerten auf DX. Wobei DX eine andere Bedeutung hatte als auf der Kurzwelle. Schweiz-Irland auf 2m war für den UKW'ler ebenso spannend wie eine Verbindung mit Neuseeland im 20m Band für den KW Amateur. Die Beobachtung der Wetterlage war deshalb von essentieller Bedeutung. Ein stabiles Hochdruckgebiet über Europa versprach meist gute DX-Bedingungen. Ist es bloss eine Verklärung der Erinnerung oder war es tatsächlich so, dass damals viel häufiger Inversionslagen mit ausgeprägten Ducts auftraten als heute?

Unterbrechen wir hier die Erzählung über die Ultrakurzen Wellen. Im nächsten Beitrag geht es um meine ersten Abenteuer auf der Kurzwelle. Wir werden uns später wieder den UKW widmen.     

        

 

Sonntag, 14. Dezember 2025

Erinnerungen eines Funkamateurs 5 - Die Lizenz

 


Bild: Vanil Noir HB/FR-001, 2389m

Endlich war es soweit. Ich war 18 und hatte mich für die Lizenz Prüfung angemeldet. Sie fand in Bern bei der Generaldirektion PTT statt. Kein Multiple Choice mit Ankreuzen von Kästchen, sondern eine strenge Prüfung im direkten Kontakt mit den Experten. Durchmogeln mit Auswendiglernen eines Fragenkatalogs war unmöglich.

Da mussten nicht nur das Blockschema eines SSB-Senders und eines Oszillators (mit Elektronenröhre) gezeichnet, sondern auch erklärt werden. Schwingkreis und Spannungsteiler mussten berechnet werden. Ohne Taschenrechner, den gab es damals noch nicht. Dann Fragen zu Antennen und Wellenausbreitung und anderes mehr. Ich hatte die Ehre, gerade zwei Prüfern Red und Antwort zu stehen. Auch über die technischen und operativen Vorschriften wurde ich von den beideh Herren befragt. Ein strenges Examen. Jeden liess man damals nicht auf den Äther los.

Doch das Beste kommt zum Schluss. Es war die Morseprüfung. Tempo 60 Buchstaben pro Minute. Aufnehmen und Geben mit sehr wenig Fehlertoleranz. Zum Geben diente eine Handtaste, wie sie damals die Telegrafisten benutzten. Ich war nervös und meine Stirn wird damals wohl vor Angstschweiss geglänzt haben. Höchste Konzentration war gefordert, denn es gab nur einen Versuch.

Leider gab ich nicht mein Bestes und scheiterte an zwei Fehlern zu viel. Eine Wiederholung war nicht vorgesehen. Ich könne mich nächstes Jahr wieder neu anmelden, hiess es.  Aus war der Traum vom Kurzwellenamateur. Der begehrte Radiotelegrafistenausweis blieb mir verwehrt.

 


Doch halt! Noch gab es einen Hoffnungsschimmer, noch war nicht alles verloren. Denn gerade hatte man eine neue Lizenzklasse geschaffen. Für die, welche nicht morsen wollten oder konnten. Eine so genannte UKW-Lizenz. Für VHF und UHF, ähnlich der heutigen HB3-Klasse. Diese UKW-Amateure mussten die gleich strenge technische Prüfung bestehen wie die Kurzwellenamateure, ausser dem Telegrafieren. Die UKW'ler bekamen vorerst Rufzeichen aus dem HB9Mxx Block. Später dann auch aus anderen Blöcken.  

So bekam ich also den Trostpreis, wurde UKW-Funkamateur und erhielt das Rufzeichen HB9MBS zugeteilt. Ich gehörte also zu den ersten dieser unglücklichen Truppe. Aber auch die UKW-Amateure durften - im Gegensatz zu den heutigen HB3er ihre Geräte selbst bauen. Und genau das tat ich, als meine Enttäuschung über die nicht bestandene Morseprüfung verraucht war.

Heute dürfen die Funkamateure mit ehemaliger UKW-Lizenz ebenso auf Kurzwelle funken wie die mit Radio-Telegrafisten Ausweis. Mit gleichen Rechten und Pflichten. Nach dem Wegfallen der Morseprüfung gab es keinen Unterschied mehr zwischen den beiden Klassen. Doch als die UKW-Amateure auch auf Kurzwelle senden durften, erlebte der Amateurfunk - zumindest hierzulande - eine tiefgreifende Wandlung: Der Verkehr auf den VHF und UHF Bänder nahm rapide ab. FM ersetzte SSB, Vertikalantennen (so genannte Blindenstöcke, wegen ihrer weissen Farbe) ersetzten die horizontal polarisierten Yagi-Antennen. Relaisfunk ersetzte DX. Doch 1969 war es noch nicht soweit. Auf dem 2m Band war AM noch die beherrschende Modulation, auf 70cm auch. Aber dort experimentierten nur wenige Spezialisten.

Eigentlich war es grob gesehen so: Aus den Kurzwellenamateuren wurden DXer. Aus den UKW-Amateuren wurden Tüftler und Experimentatoren. Man nannte damals die UKW-Lizenz auch die Techniker-Lizenz. 

Die AM-Zeit 

Auf Kurzwelle ging 1969 die AM-Zeit zu Ende, SSB ersetzte die Amplitudenmodulation im Sprechverkehr. Doch im 2m Band wurde noch meist in Amplitudenmodulation gesendet. Meist mit kleinen Leistungen von einigen 100mW bis einigen Watt, dafür mit Yagiantennen, welche die kleine Leistung wettmachten. Da die Sender noch quarzgesteuert waren und man in der Regel nur über ein paar wenige der teuren Quarze verfügte,  etablierte sich eine spezielle Art der Verbindungsaufnahme. Sie wurde noch dadurch kompliziert, dass nicht jeder die gleiche Quarzfrequenz hatte. Ich zum Beispiel hatte zu Beginn bloss einen einzigen Quarz und konnte nur auf 144.200 MHz senden. Der Empfänger jedoch war durchstimmbar. Einen Bandplan gab es damals noch nicht. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Vielleicht fehlten damals noch die Funktionäre mit organisatorischem Drang unter den Funkamateuren.

Wer CQ rufen wollte, sendete daher nach mehrfachem CQ-Ruf folgendes:

"HB9MBS geht auf Empfang und dreht von oben nach unten über das Band."

Oder auch umgekehrt, wie es gerade passte. Dann kurbelte man über das gesamte 2m Band und hörte nach Stationen, die auf den CQ-Ruf antworteten. Das war eine recht mühsame Angelegenheit und brauchte Zeit und Geduld, wie man sich vorstellen kann. Daher "kristallisierten" sich mit der Zeit ein paar Standardfrequenzen heraus. In unserer Region 145.000 und 145.500. Es war gewissermassen eine informelle Vereinbarung getroffen worden, was die Sache wesentlich vereinfachte und auch die Möglichkeit eröffnete, in Sprechpausen in ein bestehendes QSO reinzurufen. 

Mein erster Sender war ein Bausatz der Firma Lausen aus Deutschland. Es handelte sich um eine Leiterplatte mit einen dreistufigen AM Sender mit ca. 500mW HF-Leistung. Als Empfänger diente mir der HA-350 mit einem Konverter, der das 2m in das 10m Band umsetzte. Ebenfalls ein Bausatz der gleichen Firma. Die erste Antenne war eine selbst gebaute, 2m lange 9 Element Yagi aus Rothammels Antennenbuch. Der Gewinn dürfte etwa bei 12dBi gelegen haben. Der "Rothammel" war bereits damals das Standardwerk der Antennentechnik für Funkamateure. Hier meine drei Rothammel, die mir heute noch geblieben sind:


 Links die zehnte Auflage, noch in der DDR gedruckt, dann die elfte und rechts die 13. Letztere ist ein richtig dicker Schinken, doppelt so dick wie die anderen. Voll mit m.E. unnötigem Ballast.  

Mit dieser Ausrüstung habe ich meine ersten QSO's im 2m Band gefahren. Mit einem gewaltigen Heimvorteil. Von meinem QTH aus waren sowohl die Berner Alpen mit Eiger, Mönch und Jungfrau, wie auch das nahe Stockhorn sichtbar. Allesamt formidable Reflektoren. Richtete man seine Antenne auf diese Bergriesen waren Verbindungen nicht nur innerhalb der Schweiz, sondern auch in den Schwarzwald und über den Jura nach Frankreich möglich. Trotz AM und trotz bescheidenen Leistungen lebte das 2m Band in unserer Region. Abends und an Wochenenden fand man immer QSO Partner.

Dank einem stärkeren Transistor in der Endstufe, einem 2N3866 anstelle des 2N2218 konnte ich meine HF-Leistung auf ca. 800mW steigern. Doch auch das genügte mir nicht mehr und als ich einen gebrauchten 2m Transceiver kaufen konnte, ergriff ich die Gelegenheit und war nun stolzer Besitzer eines SEMCO. Der Transceiver hiess Semcoset, hatte einen durchgehend abstimmbaren Empfänger und einen quarzgesteuerten Sender. Nur AM versteht sich. Von FM sprach damals kaum jemand. Das Gerät ist meines Wissens der erste auf dem Markt erhältliche 2m Transceiver und hatte 1.5 Watt PEP. Doch am modus operandi hatte sich nichts geändert. Man hatte einen durchstimmbaren Empfänger und einen quarzgesteuerten Sender auf einem einzigen Kanal.

Hier findet man Informationen zu der Firmengeschichte von SEMCO. Die Webseiten von VE6AQO sind übrigens eine wertvolle Quelle für Informationen zu europäischen Herstellern von Amateurfunkgeräten, wie sie anderorts nicht zu finden sind.

Mit dem Semco war ich an den Wochenenden oft unterwegs, vorzugsweise auf Berggipfeln. Eine spektakuläre Verbindung ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Vom Nufenenpass auf die Bütschelegg bei Bern, quer über die Alpen. 

In dieser Zeit hörte ich von meinem Heim QTH aus ab und zu auch Stationen aus Italien. Doch die Leistung meiner Station genügte (noch) nicht, um eine Verbindung mit ihnen zustande zubringen. Mehr Leistung musste her! Schon damals galt der Spruch: "Auf die Dauer hilft nur Power."

Der kam dann auch in Gestalt eines Heathkit Transceivers, den ich zusammenbaute: Ein HW-17. Das Gerät war ein Hybrid. Das heisst: es arbeitete sowohl mit Röhren (3), wie auch mit Transistoren (15). Einem Prinzip, dem man bis ca. Ende der 80er Jahre immer wieder begegnete. Die Röhren sassen dabei oft nur in den Treiber und HF-Endstufen. Also dort wo HF Leistung gebraucht wurde. Das Merkmal dieser Geräte: die Endstufen mussten manuell abgestimmt werden. Mit der Einführung von Transistorendstufen verschwand diese Notwendigkeit.

Die Heathkit Geräte waren legendär für ihre detaillierten Baubeschreibungen, die Fehler beim Bau weitgehend vermieden. Für Funkamateure ideal: denn wenn man jede Komponente selbst einbauen und löten muss, lernt man sein Gerät sehr gut kennen und kann es später wenn notwendig viel leichter reparieren. Zudem waren die Heathkit-Bausätze wesentlich günstiger als fertig gebaute Geräte.

Doch ist nicht alles eitel Sonnenschein. Der HW-17 lieferte zwar zwischen 8 und 10 Watt Sendeleistung, doch er war eine taube Nuss. 1uV Empfindlichkeit bei 10dB SNR liessen ihn gegenüber dem Semcoset alt aussehen.

Auch der HW-17 verfügte über einen durchstimmbaren Empfänger und einen quarzgesteuerten Sender. In dieser Hinsicht war er also kein Fortschritt. Trotzdem half mir der HW-17 zu einem Funkerfolg. Zum ersten Mal gelang mir ein QSO mit einer Station in Italien. Es blieb der einzige Kontakt über die Alpen in der AM-Zeit. Hier noch der Link zu den technischen Daten und dem Schaltplan des HW-17.  Wie man sieht, wurde bereites damals Feldeffekt-Transistoren eingesetzt: in der Empfängervorstufe und dem ersten Mischer.   

Der HW-17 markierte den Schlusspunkt meiner AM-Zeit im 2m Band. SSB stand vor der Tür, zusammen mit durchstimmbaren Sendern und rauscharmen HF-Verstärkern in den Empfänger-Vorstufen.

Doch darüber werde ich in meinem nächsten Blog berichten: Erinnerungen eines Funkamateurs 6 - 2m SSB.